Verwaltung
Rathaus-Projekt Owen: Jetzt wird’s konkret

In Owen wird demnächst das Bürgermeisterhäusle abgerissen. Dann ist der Weg frei für den Neubau.

Bürgermeisterhäussle

Eigentlich ist das Thema schon lange durch. In unzähligen Sitzungen hat sich der Gemeinderat bis ins kleinste Details mit der Sanierung und Erweiterung des Owener Rathauses befasst. 8,2 Millionen Euro kostet das Projekt Stand heute, rund fünf Millionen muss die Stadt selbst stemmen. Bis zur Neuwahl des Gemeinderats 2024 war die Umsetzung unstrittig, doch das hat sich geändert. Zwar steht die Mehrheit des Gemeinderats noch immer hinter der Entscheidung. Die zwei neugewählten Gemeinderäte Holger Macho und Andrea Kammerer haben die hohe Investition und die Kreditaufnahme, die unter anderem daraus erwächst, jedoch immer wieder infrage gestellt. Auch aus Teilen der Bevölkerung kommt Kritik. 

Kosten: 8,2 Millionen Euro

Vor diesem Hintergrund ist es zu sehen, dass Bürgermeisterin Verena Grötzinger vor dem Grundsatzbeschluss zum Rathausprojekt die Sanierung und Erweiterung des Rathauses einmal mehr verteidigte. Der Grundsatzbeschluss zum Rathaus und die Freigabe zum Abbruch des Bürgermeisterhäusles müssen laut Grötzinger jetzt fallen beziehungsweise erteilt werden, damit das Projekt noch innerhalb des Bewilligungszeitraums des Landessanierungsprogramms umgesetzt werden kann. Das Bürgermeisterhäusle, auf dessen Fläche der Neubau entstehen soll, wird noch in diesem Jahr weichen. 

Laut Verena Grötzinger ist die Umgestaltung des Verwaltungssitzes im Owener Gemeinderat schon seit 2014 Thema. „Das lässt erkennen, dass wir eine solche Entscheidung nicht überstürzt treffen“, sagte sie. Obwohl der Bedarf schon lange besteht, habe man die Sanierung der Teckhalle vorgezogen. Die Bürgermeisterin zählte erneut auf, mit welchen Ideen man sich beschäftigt hat, um Platz einzusparen: Home-Office, Desk-Sharing. Allerdings habe man festgestellt: „Wenn wir weiterhin kundenorientiert und bürgerfreundlich arbeiten wollen, können wir bei der Bürofläche nichts mehr einsparen“.

Außerdem wiederholte sie, warum Stadt und Gemeinderat sich gegen die Anmietung eines bestehenden Gebäudes entschieden haben: Man brauche eine dauerhafte und kalkulierbare Lösung, wolle sich nicht in Abhängigkeiten begeben. Gegen einen alternativen Rathaus-Standort habe gesprochen, dass man keine Schnittstellenverluste riskieren wolle. Auch den Verzicht auf den Erweiterungsbau hat die Verwaltung in Erwägung gezogen. „Dann würden wir aber für die Sanierung des Bestandsgebäudes eine geringere KfW-Förderung bekommen“, gab Grötzinger zu bedenken. 

Stadt bezahlt fünf Millionen

Die Bürgermeisterin weiß, dass die Kritik am Rathausprojekt auch von der Tatsache befeuert wird, dass die finanzielle Situation der Stadt nicht mehr so rosig ist wie in den vergangenen Jahren. Schuldenfrei sei aber mittlerweile praktisch keine Stadt oder Gemeinde mehr. „Das liegt nicht daran, dass die Kommunen ihre Hausaufgaben nicht machen“, sagte sie. Unter anderem durch Veränderungen der Gesetzeslage seien die kommunalen Haushalte überfordert. „Deshalb tun sich Kommunen landauf, landab schwer, ihre Aufgaben zu erfüllen.“ Allerdings könne die Reaktion darauf nicht sein, alles auf null zu fahren. 

„Für mich ist der Entschluss eigentlich schon gefallen“, sagte Stadtrat Jochen Eberhardt. Auch er sei anfangs skeptisch gewesen aufgrund des Volumens. „Aber dass man etwas machen muss, ist klar.“ Hans-Jörg Schmid und Jens Häußler stimmten ihm zu. „Auch wenn es schwer fällt und es sicherlich auch Kritiker gibt, ist es die logische Folge aller Beschlüsse, die demokratisch gefällt wurden. Ich sehe null Alternativen“, sagte Schmid. Jens Häußler ergänzte: „Es ist wichtig, dass wir uns hier nicht weiter im Kreis drehen, sondern dass man mal einen Knopf dranmacht. Auch wegen der Fördermittel“. Andrea Kammerer sprach erneut von einer „enormen Summe“, die ihr Bauchschmerzen bereite. „Aber der Mehrheitsbeschluss im Gremium ist so“, sagte sie.

Am Ende votierte der Owener Gemeinderat bei einer Gegenstimme für den Grundsatzbeschluss und schickte das Projekt damit auf den Weg. Auch der Abbruch des Bürgermeisterhauses erhielt bei einer Enthaltung die Mehrheit.