Der Wahlabend am Sonntag war ein Krimi: Ab 18 Uhr versammelten sich die interessierten Unterensinger im Bürgerhaus, um aus erster Hand zu erfahren, wer in den nächsten acht Jahren die Geschicke der Gemeinde lenken wird. Den beiden Kandidaten und ihren Begleitern war die Anspannung deutlich anzusehen. Doch die Verkündung zog sich unerwartet in die Länge. Erst um 19.30 Uhr trat der noch amtierende Bürgermeister Sieghart Friz vor die Menge im brechend vollen Bürgerhaus, um das Wahlergebnis zu verkünden.
Das war recht eindeutig: 66,65 Prozent oder 1521 Wähler hatten sich für den 43-jährigen Robin Lars Schmitt aus Neuhausen entschieden. 32,47 Prozent oder 741 Wähler stimmten für den 29-jährigen Kevin Wagner aus Unterensingen. 0,88 Prozent der Wähler nutzten die Möglichkeit, einen dritten Namen auf den Wahlzettel zu schreiben. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,57 Prozent. Damit waren 2296 der 3854 Wahlberechtigten tatsächlich zur Wahl gegangen. Bei der Wahl 2017, als Amtsinhaber Sieghart Friz das letzte Mal zur Wahl stand, lag die Wahlbeteiligung bei 43,88 Prozent.
Fast 60 Prozent Wahlbeteiligung
Wegen des anhaltenden Regens wurde die Veranstaltung ins Innere des Bürgerhauses verlegt, wo die Backhausinitiative mit frisch gebackenen Snacks bewirtete. Der Jubel unter den Anhängern von Schmitt war groß, als Friz in seiner Funktion als Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses das Ergebnis verkündete. Der Wahlsieger hatte wohl selbst nicht mit einem solch deutlichen Ergebnis gerechnet und dankte seinen Wählern sichtlich überwältigt.
„Ich bin wahnsinnig dankbar für das Ergebnis und sehr stolz. Ich bin ganz begeistert. Das ist das Verdienst der Menschen, die mich unterstützt haben“, sagte Schmitt in einem kurzen Statement der Zeitung gegenüber. Er wurde begleitet von seiner Frau Sandra Schmitt. Die Unterensinger Blasmusik spielte dem Sieger ein Ständchen. Unter den Gratulanten waren auch Landrat Marcel Musolf und einige künftige Kollegen aus umliegenden Gemeinden, unter ihnen Christopher Ott aus Großbettlingen, Simon Blessing aus Frickenhausen, Ulrich Spangenberg aus Oberboihingen und als Vertreter der Stadt Nürtingen Bernd Schwartz. Auch die Mitglieder des Gemeinderats waren fast vollzählig ins Bürgerhaus gekommen.
Groß war die Enttäuschung bei Kevin Wagner, der das Wahlergebnis nicht kommentieren wollte.
Unter den Unterensingern im Bürgerhaus wurde das Ergebnis der Wahl dagegen angeregt diskutiert. „Wir hatten zwei gute, wählbare Kandidaten“, so Gemeinderätin Doris Sievering. „Ich hätte nicht mit einem so eindeutigen Ergebnis gerechnet“, so ein Wähler. Er ist froh, dass es keinen zweiten Wahlgang gibt.
Sieghart Friz weiß nun, wem er die Amtsgeschäfte übergeben wird: „Ich finde das klare Wahlergebnis und die hohe Wahlbeteiligung sehr positiv. Gerade in der heutigen Zeit ist so eine hohe Wahlbeteiligung nicht mehr selbstverständlich. Das klare Votum von zwei Dritteln der Stimmen erleichtert Robin Schmitt den Start und gibt ihm Rückhalt.“ Für Wagner sei das Ergebnis natürlich enttäuschend. „Der Wähler hat gesprochen“, so Friz. Schmitts Amtszeit beginnt am 1. März.

