Angebot
„Selbstbestimmt älter werden“

Ob mobiler Sehtest oder betreutes Wohnen: Das Interesse an der ersten Seniorenmesse in Weilheim
war groß. Die 35 Aussteller in der Limburghalle hatten gut zu tun. 

35 Aussteller präsentierten bei der ersten Weilheimer Seniorenmesse in der Limburghalle ihr Angebot. Foto: Sabine Ackermann

Nicht zu übersehen, die riesige Messewand mit selbstgeschriebenen Botschaften wie „Quartiersentwicklungsplan“ und „Initiative Zukunft“. Eine Gruppe von Senioren fragt sich: „Wie leben die Älteren in Weilheim?“ Was sie umtreibt, sind die Herausforderungen des demografischen Wandels, wie beispielsweise Wohnen und Pflege im Alter.

„Unser Ziel ist es, den Zusammenhalt und Gemeinsinn in der Stadt zu stärken“, sind sich Sigrid Hanke und Sabine Wettstein einig. Beide gehören zu dem aus sieben Leuten bestehenden Team – zwei Ehepaare und drei Singles – und sind erstaunt über die große Nachfrage ihres Projekts.

Auch am Stand des Pflegestützpunkts Landkreis Esslingen staut es sich bisweilen. „Eigentlich bin ich im Auftrag meiner Mutter hier. Sie hat Fragen zur Pflegeversicherung und kann krankheitsbedingt nicht selbst kommen“, verrät Lina Hartmann fast entschuldigend, die aufgrund ihrer jungen Jahre aus der Masse heraussticht.

Endlich stehen mal wir Senioren im Fokus.

Eine Messebesucherin

Einen Sehtest in seinen eigenen vier Wänden? Den bietet Jeanine Mähler aus Aichelberg an. Die junge Augenoptikmeisterin hat mehr als 20 Jahre Erfahrung und bietet passend zu den Ansprüchen und Lebensumständen 150 Brillenmodelle zur Auswahl an.

„35 Aussteller, das ist richtig gut. Durch die Messe wird es sichtbar, was es in Weilheim alles für ein gutes Älterwerden gibt“, freut sich Bürgermeister Johannes Züfle, der sich ganz entspannt einen intensiven Einblick verschafft.

Etwas versteckt macht schon die giftgrüne Farbe neugierig. „Seit 1993 haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, pflegebedürftige Menschen dort zu pflegen, wo sie sich am wohlsten fühlen – in ihrem eigenen Zuhause“, bekräftigt Geschäftsführer Michael Kuchelmeister, der mit Pflegedienstleiterin Stephanie Unger, vier ausgebildeten Pflegefachkräften und weiteren 14 Hauswirtschaftskräften aktuell 175 Personen, darunter 60 pflegebedürftige Patienten, Hilfe und Unterstützung im Alltag anbietet.

Ob am Stand der „BWN“ – hinter den Buchstaben versteckt sich „Betreutes Wohnen Neidlingen“ – oder beim Weilheimer „Treffpunkt 50 plus“, der allerlei Veranstaltungen und Mitmachaktionen anbietet: Die Freundinnen Hannelore und Ruth, jeweils 80 plus, sind begeistert. Letztere betont: „Endlich stehen mal wir Senioren im Fokus und nicht wie überall die Jungen.“ So auch beim „VdK“, vormals bekannt als „Verband der Kriegsbeschädigten“. Doch laut Martin Tutschek, der als „Tiger“ aufs Kinderschminken aufmerksam macht, und Jürgen Heiner habe sich das längst verändert. Heute zähle der Sozialverband in Deutschland als größte Selbsthilfeorganisation für Rentner, Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige sowie deren Angehörige.