Verkehr
Sicherheit und Verkehrsfluss stehen im Fokus

Im Sommer fand eine Verkehrsschau in Bissingen statt. Diese zeigte verschiedene Problemstellen im Ort auf, die nun behoben werden sollen. Parken ist dabei ein zentrales Stichwort. 

Auf der Bissinger Ortsdurchfahrt, der Vorderen Straße, sorgt die Anordnung zweier Stellplätze dafür, dass Busse und Lkws bei Gegenverkehr zwischen ihnen nicht ausweichen können.  Die Lösung des Problems beschäftigt Verwaltung und Gemeinderat weiterhin. Thema ist etwa der Wegfall eines Stellplatzes. Foto: Carsten Riedl

Im Juli hatten sich Vertreter der Bissinger Verwaltung und der Verkehrsbehörde des Esslinger Landratsamts verschiedene Stellen im Ort angeschaut, die hinsichtlich bestehender Verkehrsprobleme und deren potenzieller Lösungen von Bürgern und der Verwaltung in den Fokus gerückt wurden. Jetzt wurden die Ergebnisse in der Sitzung des Gemeinderats besprochen. 

Eine Problemstelle liegt auf der Ortsdurchfahrt, der K 1251 (Vordere Straße, Foto oben). Nahe der Einmündung Haldenstraße gibt es auf der Vorderen Straße aktuell zwei markierte Stellplätze. Das Problem, das in dem Zusammenhang schon mehrfach seitens des Gemeinderats angesprochen wurde, ist der geringe Abstand zwischen den beiden Stellplätzen. Für größere Fahrzeuge, wie Busse oder Lkws, reicht dieser als Ausweichbucht bei Gegenverkehr nicht aus, was den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt zum Stocken bringt. Die Verwaltung erklärt, die Anordnung der Stellplätze sei unter anderem erfolgt, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Erlaubt sind aktuell Tempo 50, gewünscht wäre grundsätzlich eine Reduzierung auf Tempo 30. Dafür sieht die übergeordnete Verkehrsbehörde aber keinen Anlass, basierend auf der genannten Ausweich-Problematik. Auch ein erstelltes Lärmgutachten für die Vordere Straße und die Untere Straße kommt unterm Strich zu dem Ergebnis, dass kein durchgängiges Tempo 30 genehmigt wird. Eine Teillösung mit wechselnder zulässiger Geschwindigkeiten halten Verwaltung und Gemeinderat für nicht sinnvoll. Weiter geprüft werden soll, ob durchgängig Tempo 40 eine Option wäre. Seitens des Gemeinderats sieht man weiterhin Handlungsbedarf die beiden Stellplätze betreffend. Thematisiert wurde, ob man die Situation entschärfen kann, indem ein Stellplatz wegfällt. „Wir bleiben dran“, so Bürgermeister Jens Fritz.

Konkreter wird es dagegen im Kurvenbereich der Hinteren Straße 16 bis 18 (zweites Foto). In der Kurve werde häufig geparkt, was die Sicht einschränke und den Begegnungsverkehr erschwere, schildert Maja Schmid, Ordnungsamtsleiterin und stellvertretende Hauptamtsleiterin, die Ausgangssituation, über die im Zuge der Verkehrsschau diskutiert wurde. Für Fußgänger gibt es an der Stelle zudem keinen Gehweg. Künftig wird im Kurvenbereich vor der Mauer zwischen Gebäude 16 und 18 ein Halteverbot gelten, gab Maja Schmid bekannt. 

Im Kurvenbereich der Hinteren Straße 18 in Bissingen kommt ein Halteverbot. Foto: Carsten Riedl

Die Weinbergstraße und die Bolstraße sind mit einem rund 40 Meter langen Durchgangsweg verbunden, der aktuell ein reiner Gehweg ist. Künftig wird dieser auch für Radfahrer freigegeben, für sie gilt Schrittgeschwindigkeit. Bereits jetzt wird er vor allem von radfahrenden Kindern als Abkürzung vom Wohngebiet zur Schule, dem Kindergarten oder der Sporthalle genutzt. Vermieden werden soll mit der Freigabe für Radler, dass die Kinder alternativ rund 500 Meter entlang der befahrenen Straße unterwegs sein müssen. 

Ein weiteres Park-Problem betrifft die Zufahrt zur Reitanlage in der Pfarrstraße 34. „Die Ein- und Ausfahrt ist für die aufgrund der zusätzlichen Pferdeanhänger langen Fahrzeuge oft erschwert, wenn Autos nahe der Zufahrt zum Hof parken“, erläuterte Maja ­Schmid den Status quo. Eine „Zickzacklinie“ (Grenzmarkierung) auf einer Länge von rund vier Metern ab der nördlichen Kante der Zufahrt zum Grundstück wird angebracht. In dem Bereich darf dann nicht mehr gehalten und geparkt werden. 

Untersucht wurde zudem die Schulstraße, in der sich neben der Grundschule auch eine Kita und die Sporthalle befinden. Zu den Hol- und Bringzeiten herrsche dort ein reger Verkehr, so Maja Schmid. Der Verwaltung sei gemeldet worden, dass im Bereich der Gebäude 27 und 29 die Straße teils so zugeparkt sei, dass die Sicht auf die vorhandene Querungsstelle (abgesenkte Bordsteine) verdeckt sei. Die Gemeinde plant im Bereich von der Einfahrt der Schulstraße 29 bis ans Ende des Gehwegs deshalb ein absolutes Halteverbot. Kerstin Rein (UWV) wies darauf hin, dass ein Halteverbot eher unterhalb der vorhandenen Parkplätze bei der Schule sinnvoll wäre oder auch ein Hinweis, damit Eltern nicht mehr in Richtung der Lehrer- und Erzieherparkplätze fahren. „Wir hatten die Problematik so rückgemeldet bekommen, wir nehmen das im Zuge der nächsten Verkehrsschau noch mal mit auf, ob es vielleicht auch ein Problem an anderer Stelle gibt“, so Jens Fritz. Jetzt schaue man zunächst, was das Halteverbot für einen Effekt habe. 

Ebenfalls in der Schulstraße soll die Beschilderung der auf dem Schulgelände vorhandenen E-Ladesäule mit ihren zwei Plätzen angepasst werden. „Aktuell dürfen E-Fahrzeuge dort unabhängig vom Ladevorgang ohne zeitliche Begrenzung abgestellt werden. Das wird dahingehend geändert, dass sie nur während des Ladevorgangs dort stehen dürfen“, erläuterte Maja Schmid das Vorhaben. Es wird eine neue Beschilderung angebracht.

Siegfried Nägele und Andrea Bizer (UWV) erkundigten sich zum Status quo des gewünschten Zebrastreifens auf der Vorderen Straße, im Bereich zwischen den Gebäuden 55 und 60, zur Sicherung des Schulwegs. Hier müsse man das Ergebnis eines laufenden Widerspruchsverfahrens eines Anliegers abwarten, erklärte Jens Fritz. „Wir hoffen, dass der Zebrastreifen am Ende kommen kann.“ 

Klaus Ziegler (UWV) fragte nach, wie der Stand zum vorgesehenen Parkverbot im Bereich „In den Grundwiesen“ in Ochsenwang sei. Die Schilder seien bestellt, die Hülsen dafür bereits gesetzt, so Jens Fritz.