Engagement
Sicherung eines Natur- und Kulturguts

Die Mitglieder der Initiative „Natürlich Nabern“ setzen sich für die Pflege und den Erhalt der örtlichen Streuobstwiesen ein. Dazu gab es jetzt eine Pflanzaktion mit vielen wertvollen Tipps. 

Bei einer Pflanzaktion von Streuobstbäumen samt Baumschnittkurs in Nabern, die von der Initiative „Natürlich Nabern“ initiiert wurden, erfuhren die Teilnehmenden viel Wissenswertes zur richtigen Pflege der Jungbäume und des Bestandes.  Foto: Markus Brändli

Seit 2023 engagieren sich die Mitglieder der Initiative „Natürlich Nabern“ mit vielfältigen Projekten für den örtlichen Naturschutz. Eingegliedert ist die Gruppe im Verein „BürgerNetz Nabern“. Aktuell stehen die Förderung und der Erhalt der Streuobstwiesen ganz oben auf der Agenda. Dafür hat die Initiative ein Konzept erarbeitet, das vom Ortschaftsrat gebilligt wurde und sich nun in der aktiven Umsetzung befindet. Am vergangenen Wochenende wurden als erste Aktion sieben neue Bäume auf dem Simriswasen oberhalb der Scheune Devaux in Nabern gepflanzt. 35 Interessierte haben teilgenommen. Im Zuge eines kostenlosen Pflanzenschnittkurses zur Pflege junger Bäume erhielten die Teilnehmenden wertvolle Tipps von Jens Häussler, Obstbauberater des Landkreises Esslingen. Mit dabei waren zudem der Umweltbeauftragte der Stadt Kirchheim, Wolf Rühle, sowie Naberns Ortsvorsteher Henrik Peter. 

Robuste Sorten ausgewählt

Gepflanzt wurden die Apfelsorten Brettacher und Jakob Fischer, Birnbäume der Sorten Novembra und die gute Graue sowie Walnussbäume der Sorte Mars. „Wir haben robuste, nicht für Krankheiten anfällige und einigermaßen ertragreiche Sorten ausgesucht“, erklärt Rainer Gall von der Initiative „Natürlich Nabern“ die Auswahl. Auch die „alten Hasen“ unter den Teilnehmenden des Schnittkurses hätten den einen oder anderen Aha-Effekt erlebt: „Dazu gehörten die Infos zum Maulwurfschutz oder auch der Tipp, die Baumpfosten nach Westen auszurichten sowie jener zum Kalkanstrich als Hitzeschutz“, nennt er Beispiele. Thema sei zudem die richtige Setztechnik für die Jungbäume gewesen. „Da ging es um die ausreichende Wasserzugabe oder auch die Verdichtung des Bodens“, erklärt Rainer Gall, der zum Streuobstbeauftragten Naberns bestellt wurde. 

Was den angestrebten Erhalt der Streuobstwiesen angeht, beschreibt der Projektleiter vier Handlungsfelder. Zum einen die Ertüchtigung und nachhaltige Pflege der kommunalen Streuobstwiesen, „sodass sie als Vorbildflächen für die Stücklesbesitzer dienen können“. Letztere sollen unterstützt werden. „Streuobstwiesen sind in der Region ein landschaftsprägendes Kultur- und Naturgut mit großem Potenzial in ihrer Nutzung und für eine besondere Artenvielfalt“, ergänzt Thomas Doll, der mit Rainer Gall die Doppelspitze der Initiative bildet. Nabern verfüge über einige kommunale und viele Streuobstwiesen in privater Hand. Teils sei der Baumbestand in keinem guten Pflegezustand, stellenweise überaltert oder lückenhaft. 

Sieben Jungbäume wurden bei der Aktion der Initiative „Natürlich Nabern" gepflanzt. Darunter weniger anfällige Apfel-, Birnen und Walnusssorten. Foto: Markus Brändli

„Wir haben in Nabern keinen Obstbauverein, der sich der Sache annehmen könnte, aber es gibt durchaus einige Landwirte und Stücklesbesitzer mit dem entsprechenden Wissen für die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen“, sagen die beiden Vertreter der Initiative. Zudem bestünden seitens der Stadt, des Landkreises und Landes Zuständigkeiten, Initiativen und Förderangebote zum Erhalt der als gefährdet anerkannten Streuobstwiesen, die man sich erschließen könne. Wichtig sei die örtliche Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Streuobstwiesen als Kultur- und Naturgut, so Rainer Gall. Jedes der vier Handlungsfelder beinhalte verschiedene Maßnahmen und Aktivitäten, beispielsweise die Herstellung kommunaler Vorzeigeflächen, Fachvorträge und die praktische Ausbildung der Bewirtschafter, naturpädagogische Veranstaltungen für Kinder oder auch Gemarkungsrundgänge für die Bürgerschaft.

Im Februar plant die Initiative Natürlich Nabern den nächsten Obstbaumschnittkurs, im Herbst 2026 eine Pflanzaktion mit Mistelbekämpfung. Gesucht werden zudem Vogelpaten, die sich um den Schnitt und die Pflege der Jungbäume kümmern. Weitere Infos über die Homepage www.buergernetz-nabern.com/termine