„Hallo, hier kommt was Elegantes, Schickes, warum lieben Sie ihr Fahrzeug?“, hakt Regina Beylich bei jedem eintreffenden Fahrer mit erfrischender Freundlichkeit nach. Beim Oldtimertreffen im Beurener Freilichtmuseum sind die Männer am Steuer klar in der Überzahl. Und das "starke Geschlecht" wird beim Erzählen ganz sentimental. Egal, ob auf dem Bulldog, Zweirad oder im Pkw, die Antworten lauten nahezu übereinstimmend: Weil es Spaß macht, ein besonderes Hobby ist, ein Auto mit Charakter ist, man es teilweise noch selbst reparieren kann. „Altersfreiheit und Jugendtraum“, nennt Andreas Kirn aus Gärtringen den Grund, warum er einen klassischen Jaguar fährt. Ganz anders tickt seine Frau Petra: „Einmal gesehen und gedacht, wie geil sieht denn der von hinten aus“, beschreibt sie, warum sie einen alten Volvo fährt. Rund 30 Jahre ist es her, dass Gustav Widegrens aus Metzingen seinen aus Glasfaser bestehenden Sportwagen „Glasspar G2“ restauriert hat. Der aus Schweden kommende Besitzer verrät stolz: „Den gibt es nur einmal in Europa“.


























Nach und nach trudeln immer mehr Oldtimer ein. Sie werden vom Besucherservice und den Ordnern – pro Tag sind rund 50 ehrenamtliche Helfer vom Freilichtmuseum Beuren im Einsatz – an den jeweils vorgesehenen „Parkplatz“ weitergeleitet. Jede motorisierte Kategorie hat seine eigene Wiese, so gibt es sogar am Schafstall eine Sonderschau für Fendt-Traktoren und -Maschinen. „Cabrio Triumph TR6, in Amerika zugelassen, für 800 Mark gekauft und in Deutschland zum Laufen gebracht. Mittlerweile läuft er seit 55 Jahren tagtäglich im Sommer“, verrät der Besitzer und weg ist er. Da es sich mittlerweile am „Check-Point“ staut, bleibt leider für neugierige Fragen keine Zeit mehr. „Angemeldet haben sich für Samstag 280 und für Sonntag 470 Fahrzeuge“, verrät Claudia Unger und meint damit alles Historische, was fährt. Sogar Fahrräder sind darunter. Ob es am Ende mehr oder weniger sind, kann Veranstaltungsleiter Daniel Kondratiuk nicht vorhersagen, weil natürlich Wetter, Krankheit und nicht zuletzt so manche Fahruntüchtigkeit der Oldtimer eine Rolle spielen würden. Fand das Treffen bis 2016 immer jährlich statt, so geht es seitdem nur noch alle zwei Jahre über die Bühne.
Ist die Besucherzahl am Vormittag noch überschaubar, werden es am Samstag mit zunehmender Mittgaszeit immer mehr. Ein absoluter Hingucker ist der „Petit Tracteur – L’Auto Faucheuse Kiva“ – ein aus Frankreich kommender Kleinmäher mit drei Rädern. „Ich bin zu verkaufen“, preist Klaus Türk aus Neckarhausen seinen „Fiat 500 R, Baujahr 1973, Antriebsart Ottomotor, 2-Zylinder, Leergewicht 595 Kilogramm“ an. Auffällig ist, dass man direkt am Auto oder Traktor selten auf einen Besitzer stößt.

