Vorreiterkommune
Wärmenetz in Dettingen: Nachhaltigkeit und Klimaschutz

EnBW Contracting und die Gemeinde Dettingen stellen das Wärmenetz auf erneuerbare Basis und bilden eine Energiepartnerschaft.

Vertragsunterzeichnung im Dettinger Rathaus (v.l.n.r.): Hans-Peter Birkenmaier (Hausverwaltung Birkenmaier), Viviane Rein (Pfleg
Vertragsunterzeichnung im Dettinger Rathaus (v.l.n.r.): Hans-Peter Birkenmaier (Hausverwaltung Birkenmaier), Viviane Rein (Pflegeinsel), Marcel Musolf (Landrat), Rainer Haußmann (Bürgermeister), Daniel Dietrich (EnBW), Daniel Klöpf (EnBW), Kai Weissinger (Hausverwaltung Weissinger). Foto: pr

Die Gemeinde Dettingen und EnBW Contracting setzen ein umfassendes Ausbau- und Modernisierungsprojekt für die lokale Wärmeversorgung um. Knapp fünf Millionen Euro werden in eine neue, klimafreundliche Infrastruktur investiert, davon rund eine Million Euro aus Förderprogrammen. Ziel ist es, die bestehende Versorgung zu erneuern, das angeschlossene Wärmeversorgungsgebiet deutlich zu erweitern und die Wärmebereitstellung langfristig auf erneuerbare Energien auszurichten. Künftig sollen mehr als zehn Prozent der Bevölkerung klimaschonend erzeugte Wärme beziehen.

Die neue Wärmeversorgung erreicht nach der umfassenden Sanierung einen Anteil von rund 92 Prozent erneuerbarer Energien. Innerhalb der Vertragslaufzeit wird sich dieser Anteil auf 100 Prozent erhöhen. Gleichzeitig reduziert sich der CO2-Ausstoß der verbundenen Gebäude mit 742 Tonnen CO2-Emissionen um etwa 82 Prozent jährlich. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur lokalen Klimastrategie und zur Umsetzung bundesweiter Vorgaben für klimafreundliche Wärmenetze. Hervorzuheben ist, dass die erneuerbare Wärme aus regionalen Holzhackschnitzeln bereitgestellt werden kann. Dadurch können künftig selbst Bestandsgebäude mit höherem Temperaturbedarf zuverlässig und ohne größere energetische Sanierungen über das erweiterte Nahwärmenetz versorgt werden. Die Contracting-Vereinbarung beschränkt sich nicht auf die Wärmeversorgung, sondern beinhaltet auch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.

„Für Kommunen ist entscheidend, Lösungen zu finden, die effizient, wirtschaftlich tragfähig und langfristig betreibbar sind. Dieses Projekt überzeugt genau hier – mit einem hohen erneuerbaren Anteil und klaren Effizienzgewinnen“, sagt Daniel Klöpf, Projektentwickler der EnBW-Einheit Contracting.

Ausbau und Modernisierung

Mit rund 1000 Metern neuer Nah­wärmeleitung verbindet die EnBW künftig Einrichtungen – darunter Sporthalle und Teckschule, Hallenbad, „Pflegeinsel“ sowie Verbundschule. Außerdem werden mehrere Wohnquartiere im Bereich der Limburgstraße angeschlossen. Auch die spätere Anbindung des Neubaugebiets Guckenrain-Ost ist vorgesehen. Planung, Bau, Betrieb und Wartung übernimmt die EnBW – die Gemeinde wird damit entlastet und ein Wärmebetrieb langfristig gesichert.

Landrat Marcel Musolf freut sich über den Vertrag: „Der Landkreis Esslingen beteiligt sich an einem vorbildlichen Projekt der Gemeinde Dettingen in Sachen effizienter und klimafreundlicher Wärmeversorgung. Aus einer Vision Anfang der 2000er-Jahre wird mit der Vertragserneuerung eine erfolgreiche Zusammenarbeit von dann fast einem halben Jahrhundert fortgeführt.“

Bürgermeister Rainer Haußmann betont den gesellschaftlichen Nutzen: „Viele öffentliche Einrichtungen, Vereine und Haushalte hängen an dieser Infrastruktur. Mit der Modernisierung schaffen wir Verlässlichkeit und können unsere Klimaziele konkret umsetzen, ohne die Gemeinde personell oder finanziell zu überfordern.“

Das Projekt ermöglicht die klimaschonende Wärmeversorgung von Bestands- und Neubauten. Dettingen steht damit exemplarisch für Kommunen, die vor der Aufgabe stehen, bestehende Wärmesysteme zu modernisieren und zugleich erneuerbare Energien auszubauen. Das Vorhaben zeigt, wie kommunale Wärmeplanung praktikabel funktionieren kann. pm