Wie kann Owen jugendfreundlicher werden? Das haben Lisa Mezger und Felix Schlienz versucht, herauszufinden. Mezger leitet das Jugendhaus Café Olé in Lenningen, das nicht nur von Lenninger Jugendlichen, sondern – je nach Schulart – auch von Owener Schülerinnen und Schülern besucht wird. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Felix Schlienz hat sie Ende 2024 Jugendliche dazu animiert, per digitaler oder analoger Postkarte Wünsche, Meinungen und Ideen zu formulieren, wie Owen attraktiver für Jugendliche werden kann.
Zur Vorstellung der Ergebnisse in die Owener Gemeinderatssitzung hatte sich keiner der Heranwachsenden getraut. „Die Jugendlichen haben oft ein Problem damit, wenn so viele Erwachsene auf einem Haufen sind“, sagte Lisa Mezger, die gemeinsam mit Felix Schlienz die Ergebnisse präsentierte. 84 Postkarten mit konstruktiven Vorschlägen sind beim Team der Kinder- und Jugendarbeit eingegangen. Fünf enthielten laut Lisa Mezger „merkwürdige Vorschläge“, die nicht weiter beachtet wurden.
Jugendtreff
Die Kinder- und Jugendarbeit OLE steckt für Owen, Lenningen und Erkenbrechtsweiler. Jugendliche aus Owen sind also im Café Olé in Lenningen willkommen. Dennoch haben sich viele der Befragten ein eigenes Jugendhaus oder einen eigenen Treffpunkt in Owen gewünscht. Lisa Mezger kann diesen Wunsch nachvollziehen. „Man könnte dort mehr Aktivitäten anbieten“, sagte sie. Bürgermeisterin Verena Grötzinger hat sich darüber auch schon Gedanken gemacht. „Wir könnten uns vorstellen, einen Treffpunkt im Gasthof zur Teck unterzubringen“, sagte Grötzinger. Die Gemeinde hat den alten Gasthof kürzlich gekauft und arbeitet jetzt an einem Konzept, wie er genutzt werden kann.
Mobilität
Mobilität war bei der Befragung laut Lisa Mezger und Felix Schlienz ein großes Thema. „Am meisten wurde bemängelt, dass die Bahn häufig ausfällt und die Busse so voll sind, dass man häufig nicht mehr reinkommt. Und dass man in den Bussen nicht atmen kann“, sagte Mezger.
Freizeit und Konsum
Manche Illusionen haben Mezger und Schlienz den Jugendlichen gleich im Vorfeld genommen, weil sie Wünsche wie ein Spaßbad oder große Shopping-Läden bereits vorhergesehen haben. „Wir haben den Jugendlichen erklärt, dass es in Owen weder einen McDonalds noch ein Hallenbad mit Rutschen und auch keine Shopping-Läden geben wird, weil die hier einfach nicht genügend Geld verdienen würden“, sagte Lisa Mezger. Stattdessen habe man den Jugendlichen vorgeschlagen, Ausflüge zur Minigolf-Anlage, ins Hallenbad oder in die Sprungbude zu unternehmen.
Bikepark und Skaterplatz
Auch ein Skaterplatz in Owen stand auf der Wunschliste der Heranwachsenden. „Die Jugendlichen wissen, dass es in Oberlenningen einen Skaterplatz gibt, der allerdings schon in die Jahre gekommen ist“, sagte Lisa Mezger. Vielleicht könnten die Gemeinden miteinander kooperieren. Auch die Verbesserung des Bikeparks wäre den Jugendlichen wichtig.
Weitere Wünsche
Eine Stadtbücherei. Eine öffentliche Toilette. Dass die Bushaltestellen saniert werden. Offenes W-Lan. Bürgermeisterin Verena Grötzinger hält es allerdings für wichtig, W-Lan nur an Orte zu legen, „wo Jugendliche sich auch gut aufhalten können, damit man nicht so viele anzieht, dass das Wohlfühlen der anderen Generationen leidet“.

