Vogelsterben
Was Katzen- und Gartenbesitzer tun können, um Vögel zu schützen

Herumstreunende Katzen sind jedes Jahr für den Tod vieler Millionen von Vögeln verantwortlich. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Katzenfreund Harald Hochmann liefern hilfreiche Tipps für den Vogelschutz im Alltag.

Richtiger Gedanke, falsche Umsetzung: Nistkästen, Vogeltränken und -häuser können eine echte Hilfe für gefiederte Gartenbewohner sein – allerdings nur, wenn sie katzensicher befestigt sind. Foto: adobe.stock.com

Kreis. Grau wächst, Grün weicht: Wo neue Wohngebiete entstehen, müssen Wiesen und Wälder dran glauben. So bleibt vielen Tieren, darunter auch heimische Vögel, nichts anderes übrig, als in den (Vor-)Gärten ihrer menschlichen Mitbewohner zu leben. Für Katzen sind sie dort ein gefundenes Fressen. Denn obwohl man es leicht vergessen mag, wenn sie auf dem Sofa dösen, sich mit Streicheleinheiten verwöhnen lassen oder mit ihrem Spielzeug herumblödeln, doch Katzen sind tödliche Jäger. Neben Mäusen fallen vor allem heimische Vögel den kleinen Raubkatzen zum Opfer.

Schätzungen zufolge bewegt sich die Zahl der Vögel, die nur in Deutschland pro Jahr durch Katzen umkommen, im neunstelligen Bereich. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Vorsitzende der Kirchheimer Regionalgruppe des Vereins Freundeskreis Katze und Mensch, Harald Hochmann, liefern einige Tipps, wie Katzen- und Gartenbesitzer ihren Beitrag zum Schutz der Vögel leisten können.

Verantwortungsvolle Katzenhaltung

Selbst gut genährte Hauskatzen haben einen angeborenen Jagdtrieb. Um diesen zu stillen, bevor die Katze sich draußen bewegt, ist es laut NABU wichtig, viel mit dem Tier zu spielen. Ein absolutes Muss für freilaufende Katzen und Kater ist die Kastration: So kann verhindert werden, dass die Straßenkatzenpopulation wächst. Gleichzeitig werden die Katzen häuslicher, da die hormonellen Veränderungen den Drang der Katze mindern, kilometerweit herumzustreunen.

Besonders verletzlich sind Jungvögel in den frühen Morgenstunden, in denen sie typischerweise die ersten Flugversuche starten. Von Mitte Mai bis Ende Juli sollten Katzen das Haus daher zu dieser Zeit nicht oder nur unter Aufsicht verlassen.

Von einem Glöckchen am Hals der Katze raten sowohl der NABU als auch Harald Hochmann grundsätzlich ab. Das Gebimmel kann ausgewachsene Vögel zwar warnen, schützt den fluchtunfähigen Nachwuchs jedoch nicht und ist für die empfindlichen Katzenohren eine konstante Qual.

Der vogelfreundliche Garten

Auch der eigene Garten kann mit einzelnen Maßnahmen etwas sicherer für geflügelte Gäste gestaltet werden. Empfohlen wird eine naturnahe Bepflanzung des Geländes, denn: Stauden, Hecken und Bäume bieten nicht nur Vögeln, sondern auch anderen kleinen Tieren Schutz vor Jägern. Gleichzeitig kann es sich wiederum aber lohnen, den Rasen regelmäßig zu mähen, damit sich die Katzen nicht unbemerkt anschleichen können.

Wer ein Futterhäuschen oder eine Vogeltränke im Garten hat, sollte diese mit mindestens zwei Metern Entfernung zu umliegenden Gebüschen aufstellen. Auch das kann verhindern, dass sich Katzen ungesehen nähern. Nistkästen sollten sich derweil ganz außer Reichweite von Katzen und anderen Raubtieren befinden – sprich: in mindestens zwei Meter Höhe und nicht an einem Baumstamm, sondern lieber an der Hausfassade oder freihängend an Seitenästen. Für optimalen Schutz eignet sich ein steiles, glattes Dach, das Katzenkrallen keinen Halt bietet.

Um die geschmeidigen Jäger davon abzuhalten, Bäume zu erklimmen und Nester zu erreichen, können Abwehrmanschetten aus Blech oder Kunststoff am Stamm angebracht werden. Alternativ erfüllen auch Brombeerranken den gewünschten Zweck. Von Stacheldraht rät der NABU jedoch ab, um die Katzen und andere kletternde Tiere nicht zu verletzen.

Da Katzen nicht nur empfindliche Ohren, sondern auch empfindliche Nasen haben, sind für sie unangenehme Gerüche ein effektiver Trick, um die Eindringlinge fernzuhalten. Eine Möglichkeit ist katzenabweisendes Streupulver; eine natürlichere Option ist der Harfenstrauch, der auch unter dem reizenden Namen „Verpiss-dich-Pflanze“ bekannt ist. Dieser kleine, pflegeleichte Strauch strömt in einem Radius von etwa zwei bis vier Metern einen Geruch aus, der auf geruchsempfindliche Tiere wie Katzen, Hunde oder Marder abstoßend wirkt. Für Menschen ist der Duft kaum wahrnehmbar. Besonders gut wirkt die Verpiss-dich-Pflanze, wenn sie gruppenweise gepflanzt wird. Das beste: Wenn sie im Frühling blüht, sieht sie deutlich ansprechender aus, als ihr Name es vermuten lässt.