Flughafen Stuttgart​
Was macht eine Stationsmanagerin?

Als Stationsmanagerin bei der Eurowings behält Jörne Küffner auch in schwierigen Situationen den Überblick. Sie baut Brücken zwischen Cockpit und Abfertigung.

Als Stationsmanagerin der Eurowings in Stuttgart hat Jörne Küffner stets den Überblick bei der Abfertigung der Passagiere. Foto: Ines Rudel

Einen kühlen Kopf bewahrt Jörne Küffner selbst im größten Trubel am Stuttgarter Flughafen. Die Stationsmanagerin von Eurowings versteht es, sowohl die Teams im Cockpit als auch am Check-In oder an den Gates zu unterstützen. Deshalb ist ihr auch vor dem Ansturm in den Sommerferien, die kommende Woche beginnen, nicht bange. Denn sie könne auf ihr Team bauen, sagt die Managerin. Aber es sei wichtig, dass alles gut vorbereitet sei.

Im Flugbetrieb kommt es darauf an, dass ein Rad ins andere greift.

Jörne Küffner, Stationsmanagerin Eurowings 

Eurowings hat mittlerweile 19 Maschinen in Stuttgart stationiert. Damit ist die Lufthansa-Tochter dort seit Jahren Marktführer. Damit alle Abläufe reibungslos klappen, sind Küffner und ihr Team mit dem Auto auf dem Vorfeld unterwegs. Sie schaut in den Maschinen vorbei, will erst einmal wissen, ob alles klappt. Zu den Piloten und dem Kabinenpersonal hat sie einen guten Draht. Der hilft ihr – besonders, wenn es Schwierigkeiten gibt. Ein Flug nach Kavala in Griechenland etwa verzögert sich wegen einer technischen Panne. Schnell hat der Kapitän das Team der Lufthansa Technik alarmiert, die in Stuttgart einen Hangar hat. Am Gate warten die Fluggäste. Sie wollen wissen, wann es weitergeht. Der Flieger ist voll besetzt. Über Lautsprecher informieren die Mitarbeiter.

Jetzt hilft die Stationsmanagerin mit Rat und Tat. „Im Flugbetrieb kommt es darauf an, dass ein Rad ins andere greift“, erklärt Jörne Küffner. Aus diesem Grund ist es ihr wichtig, den Kontakt mit dem Flughafen und mit den Crews zu halten. „Wenn es da ein Problem gibt, schauen wir, wie wir helfen können.“ Meistens klappt das.

Zum Arbeitsalltag der Stationsmanagerin gehört es, mit ihrem vierköpfigen Team Check-In und Boarding-Abläufe ebenso zu überwachen wie allen anderen Aufgaben, die sich um die Abfertigung von Flugzeugen drehen. „Da baut man auch Brücken“, beschreibt Küffner ihre Tätigkeit. Ihre Kommunikationsfreudigkeit und ihr Gespür für Menschen helfen ihr dabei. „Wenn man zuhört und miteinander spricht, findet sich immer eine Lösung.“ Durch ihre Erfahrung hat Jörne Küffner gelernt, in den unterschiedlichsten Situationen entspannt zu bleiben. Dieses Gefühl überträgt sich auf ihr Team.

Im Flugbetrieb zählt jede Minute

Jede der 19 Eurowings-Maschinen, die in Stuttgart stationiert sind, ist den ganzen Tag unterwegs. „Die Maschinen fliegen mehrere Umläufe am Tag“, beschreibt Küffner das schnelllebige Geschäft der Luftfahrt. Ein Airbus, der morgens aus Berlin kommt, fliegt von Stuttgart weiter nach Kavala in Griechenland. Nachmittags geht es wieder zurück. „Da zählt jede Minute.“

Wenn eine Maschine den Flughafen verspätet verlässt, kommt der gesamte Flugplan durcheinander. Da die Slots von der Flugsicherung ganz genau getaktet sind, muss sich die Crew dann erneut einreihen. „Da wollen wir gegensteuern“, erklärt die Stationsmanagerin. Denn jede verlorene Minute kostet bares Geld, weiß Küffner. Selbst wenn sich ein Abflug verzögert, versucht sie deshalb, die eine oder andere Minute wieder aufzuholen. „Mit einer speziellen App kann ich Starts und Landungen verfolgen und sehe genau, wie weit da die Arbeitsabläufe sind.“ Sollte es ein technisches Problem geben, sich die Gepäckverladung verzögern oder der Reinigungsdienst nicht pünktlich am Flugzeug sein, schaltet sich Küffner ein. Gleichzeitig ist sie im Austausch mit dem Flughafen und den Mitarbeitern der Stuttgart Ground Services, die in den Check-In abwickeln.

Nach ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau zog es Jörne Küffner an den Flughafen. An diesem Tor zur Welt zu arbeiten, hat die reiselustige Frau immer gereizt. Angefangen hat sie als Mitarbeiterin am Check-In am Kölner Flughafen. Diese Erfahrung in der Praxis helfe ihr heute, sagt Küffner. Sie weiß genau, was es bedeutet, selbst beim größten Andrang im Kontakt mit den Passagieren entspannt zu bleiben. Bei der Fluggesellschaft Germanwings – so hieß Eurowings früher – übernahm sie ab 2012 Führungsaufgaben. Der Liebe wegen zog sie 2015 aus Nordrhein-Westfalen nach Stuttgart.

In ihrem Büro im Verwaltungsgebäude an der Pforte Ost des Flughafens bereitet Küffner jeden Tag gründlich vor. Da hat sie kurze Wege zum Chefpiloten und zum Team des Kabinenpersonals. Man spricht sich schnell ab. Das geht auch in der Kaffeeküche. Diese gute Kommunikation schätzt Küffner. Wichtig findet sie es, eine gemeinsame Sprache zu finden, auch im größten Trubel aufeinander eingespielt zu sein. Dass am Flughafen trotz bester Planung immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann, macht für die Managerin den Reiz der Arbeit aus.

 

Reisetipps für den Ferienbeginn

Spitzenzeit: Mit 260 Flugbewegungen wird der Montag, 29. Juli, der verkehrsreichste Tag zum Beginn der Sommerferien sein. Die gefragtesten Reiseziele sind Palma de Mallorca und Antalya. Aber auch Flüge in die andere Richtung – nach Stockholm, Sylt oder ins isländische Keflavik – stehen auf dem Flugplan ab Stuttgart.

Wartezeiten: Zu Spitzenzeiten frühmorgens und nachmittags dauern die Sicherheitskontrollen länger. Reisende sollten zwei Stunden, aber nicht mehr als drei Stunden vor Abflug am Airport sein. Die Bundespolizei empfiehlt, 90 Minuten vor dem Abflug bei den Kontrollen zu sein. Mit wenig Handgepäck geht es schneller.

Anreise: Der Landesflughafen ist mit dem öffentlichen Nahverkehr gut zu erreichen. Wer sich mit dem Auto zum Abflug bringen lässt, sollte die Kiss-and-Fly-Regelung vor dem Terminal beachten: Dort darf bis zu acht Minuten gratis gehalten werden. Auf Parkplatz P 0 ist die erste Stunde weiterhin kostenfrei. eli