Stadtgeschichte
Weilheim erstrahlt beim Zähringermarkt in den Farben Rot und Gold

Zum zehnten Mal füllt der Zähringermarkt die Innenstadt. Zwischen Rathaus und Peterskirche gibt es mittelalterliches Treiben mit Schwertkämpfen, Musik und Handwerk.

Die Teckschen Trutzn treten vor dem Rathaus auch mit langen Stöcken gegeneinander an. Foto: Jule Störk

Die Schwerter prallen aufeinander und das Klirren hallt über den Platz vor dem Weilheimer Rathaus. Die „Teckschen Trutzn“ treten in wechselnden Formationen gegeneinander an: mal mit Schwert und Schild, mal mit langen Stöcken oder gleich mit zwei Klingen. Am Rand stehen Kinder mit Helmen und Holzschilden dicht hinter dem Absperrband. „Alle Kinder, die mit Nase gekommen sind, gehen auch wieder mit Nase“, ruft der Ansager. Nach jeder Runde schlagen die Kämpfer mit den Kindern ab, bevor zum Schluss Goldtaler aus Schokolade in die Menge fliegen und ein wildes Rennen auslösen.

 

 

Der Zähringermarkt findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt und füllt die Innenstadt zwischen Rathaus und Peterskirche. An den Ständen wechseln Handwerk, Schmuck, Honig, Wolle und Lederwaren die Besitzer. Am Rathaus klirren die Schwerter und am Brunnen erklingen Flöten und Trommeln. Kinder werfen Ringe aus Ästen, lassen Nüsse in Schüsseln kullern und jagen den großen Seifenblasen hinterher, die über den Platz ziehen. Ergänzt wird das Programm durch eine Stadtführung sowie eine Ausstellung zu den Zähringer Partnerstädten im Rathausfoyer.

Ein Markt voller Klänge

Am Brunnen spielt das Duo „Zeitensprung“. Sie bringen historische Instrumente mit, schlagen Trommeln und greifen zu Flöten, die ihren Gesang begleiten. Ein Junge im Ritterkostüm mit Helm tanzt mit, während sich Kinder und Erwachsene im Kreis um die Musiker versammeln. Sie klatschen im Takt und lachen. In ihren Liedern singen sie von Marktszenen: beispielsweise den Streit darum, ob der Vater auf dem Markt am Sonntag für zwei Groschen ein Mäuschen oder ein Kätzchen kauft. Hinter der Menschentraube steigen große Seifenblasen auf, die Kinder mit ausgestreckten Händen verfolgen.

Ein Schlag, ein Taler

Unter den Kastanien arbeitet Ove, „Münzpräger derer von der Teck“. Er legt den Rohling ein, richtet das Werkzeug aus und setzt den Schlag. Mit dumpfem Klang prägt sich das Motiv in das Metall. Kurz darauf hält der nächste Besucher eine Zähringermünze in der Hand.

 

Das Duo ‚Zeitensprung‘ sorgt am Brunnen mit historischen Instrumenten für Musik, auch Trommel und Drehleier sind im Einsatz. Foto: Jule Störk

 

Über den Gassen hängen kleine Fahnen in Rot und Gold, den Farben der Zähringer. Auch das Rathaus ist geschmückt. Dazwischen reihen sich Stände mit Honig, Essig- und Ölspezialitäten, Destillaten und Bränden. Auf den Grillrosten liegen Würste, in Kesseln dampfen Eintöpfe aus Lamm und Ziege. Das Zähringerbier von „SinghBräu“ fällt mit seinem kupferroten Ton auf, daneben werden Wein, Secco und Spirituosen wie Whisky oder Gin ausgeschenkt.

Blumen mit Versprechen

Überall auf dem Markt sind Menschen in mittelalterlichen Gewändern unterwegs. Zwischen den Ständen bewegt sich eine Frau mit getrockneten Pflanzenstielen in der Hand. „Wunderblumen“ nennt sie die kugeligen Samenstände der Wilden Möhre und steckt sie Passanten zu. Wer sie dem Partner unters Bettlager lege, so erklärt sie, dürfe sich über gute Laune freuen.

Im Rathausfoyer hängen große Poster der Zähringer Partnerstädte, die mit Texten und Bildern über die jeweiligen Verbindungen informieren. Gleich am Vormittag startet zudem eine Stadtführung: Gerhard Hepperle führt Interessierte durch die Innenstadt und erläutert Mauern, Tore und Spuren der Vergangenheit.

 

Die Teckschen Trutzn messen sich vor dem Rathaus im Schaukampf, Kinder und Erwachsene verfolgen das Geschehen gleichermaßen gespannt. Foto: Jule Störk
Das Duo "Zeitensprung" spielt am Brunnen auf historischen Instrumenten. Foto: Jule Störk