Weilheim. Es war der letzte Punkt auf der Tagesordnung der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Weilheimer Gemeinderats: Bürgermeister Johannes Züfle erklärte vor dem Ratsrund und den Besucherinnen und Besuchern, dass er sich um eine dritte Amtszeit bewerben werde. Damit lässt er schon frühzeitig keine Zweifel an seinen Ambitionen: Im Januar 2025 können die Weilheimer ihr neues Stadtoberhaupt wählen. Seit fünfzehneinhalb Jahren ist Johannes Züfle Bürgermeister der Zähringerstadt und hat anscheinend immer noch Lust auf die Aufgabe.
„Für mich ist es eine Privileg, mich als Leiter der Verwaltung, Vorsitzender des Gemeinderats und Repräsentant der Stadt für unsere liebenswerte Stadt einzusetzen“, erklärte er im vollbesetzten Sitzungssaal. In Weilheim sei er mit seiner Familie angekommen und heimisch. Die vier Kinder sind in der Stadt aufgewachsen und gemeinsam dürfe man jeden Tag die Annehmlichkeiten und Weilheim-Atmosphäre erleben. Er habe sich bewusst die konstituierenden Sitzung ausgesucht, um seine Entscheidung zu verkünden. „Der Gemeinderat steht stellvertretend für die Verbundenheit, die viele Weilheimerinnen und Weilheimer mit ihrer Stadt haben. Nicht zuletzt das große ehrenamtliche Engagement ist mir Motivation, mich weitere acht Jahre mit ganzer Kraft für unsere Stadt einzusetzen“, erklärte der studierte Diplom-Verwaltungswirt.
Johannes Züfle kann in seiner bisherigen Bilanz einiges vorweisen: Zwei neue Natur-Kitas wurden in seiner Amtszeit gebaut, insgesamt hat die Gemeinde zehn Millionen Euro in Kitas investiert. Auch löste er zwei Wahlversprechen aus dem Jahr 2017 ein: das Freibad zu sanieren und die Limburgschul-Turnhalle zu erneuern. Beides ist fast vollbracht: Mit acht Millionen Euro ist der Neubau der Turnhalle der Limburgschule die aktuell größte Investition, auch was die 2,5 Millionen an Zuschüssen betrifft. Die Fertigstellung ist im September 2025 geplant. Für vier Millionen Euro wurde zudem das Freibad grundsaniert. Außerdem fiel in seine Amtszeit die Entwicklung des Gewerbegebiets Rosenloh samt Bürgerentscheid. Auch in den Teilort Hepsisau wird aktuell investiert, in die Baugebiete Halde III, Natur-Kita und die Ortsdurchfahrt.
„Bürgermeister zum Anfassen“
Züfle bezeichnet sich in seiner kurzen Ansprache im Gemeinderat, die fast als kleine Wahlanrede ausfiel, als Bürgermeister zum Anfassen: „Ich arbeite, wohne und lebe hier. Man trifft mich auf dem Markt und im Freibad, auf Festen und Veranstaltungen. Ich bin hier selbst Kindergarten- und Schul-Papa, Verkehrsteilnehmer und unterwegs beim Einkaufen und in der Natur – ein Bürger-Meister eben.“ Dafür gab es kräftigen Applaus. Bei seiner letzten Wiederwahl im Januar 2017 musste Züfle gegen vier Kandidaten antreten und mit 49,8 Prozent im ersten Wahlgang in die Stichwahl gehen: Dort setzte er sich mit 53 Prozent der Stimmen gegen den Geschäftsführer der Ziegelhütte, Hendrik van Woudenberg, durch. Es wird spannend: Bis Januar wird sich im Feld potenzieller Bewerber für den Bürgermeisterposten im Städtle sicher noch einiges tun. Thomas Zapp

