Köngen. Das DHL-Paketzentrum in Köngen steht nach einem Corona-Ausbruch weiter im Fokus. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass sich das Postfrachtzentrum zu einem Corona-Hotspot entwickelt hat. Seither ist die Zahl der infizierten Mitarbeiter weiter gestiegen. Die neuesten Erhebungen des Landkreises Esslingen stammen von Montagabend. 90 Mitarbeiter sind bis dahin positiv getestet worden, wie Andrea Wangner, Sprecherin des Esslinger Landratsamts, mitteilt. Nachdem erste Fälle bekannt geworden waren, hatte das Gesundheitsamt Reihentests veranlasst. Vor einer Woche lag die Zahl der positiven Tests im Frachtzentrum noch bei 76. Rund zwei Drittel der Betroffenen stammen aus dem Landkreis Esslingen. „Wir haben - Stand Montagabend - 471 Mitarbeiter getestet“, informiert Andrea Wangner. Die Zahl der Mitarbeiter am Standort Köngen wird mit rund 500 beziffert. „Weitere Reihentestungen sind geplant“, kündigt die Kreissprecherin an. Unter anderem sollen Antigentests zum Einsatz kommen, die schnelle Ergebnisse liefern.
Es gibt Vorwürfe
Nun gab es Hinweise, dass man sich bei DHL nicht an alle Vorschriften halte. Ein Vorwurf lautet, dass die Maskenpflicht teilweise ignoriert werde, auch von Paketboten. DHL-Sprecher Marc Mombauer betont, dass das obligatorische Tragen von Masken ebenso zum Schutzkonzept von DHL gehöre wie Abstand halten und Desinfektion: „Um sicherzustellen, dass unsere Mitarbeiter in allen Situationen Masken tragen, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, stellen wir ihnen Masken zur Verfügung.“ Ein weiterer Punkt, den die Kritiker angeführt haben: Getestete Mitarbeiter seien aufgefordert worden zur Arbeit kommen - obwohl die Tests noch nicht ausgewertet gewesen seien. Das muss aber nicht den Vorschriften widersprechen, wie Andrea Wangner erläutert: „Bei einem solchen Screening ist es Mitarbeitern erlaubt, zur Arbeit zu kommen, obwohl noch kein Ergebnis vorliegt.“
Kritik gab es auch von DHL-Kunden, was die Zustellung angeht. Manche Pakete würden laut Sendungsverfolgung tagelang im Köngener Frachtzentrum liegen bleiben. „Es kommt im Paketzentrum Köngen gerade marginal zu Verzögerungen“, räumt Marc Mombauer ein. Sie würden jedoch nicht die Zustellung, sondern die Sortierung von Sendungen betreffen. „Grund hierfür sind die immer noch sehr hohen Sendungsmengen, die wir allerorten verzeichnen. Zudem können immer wieder temporäre Spitzen entstehen“, sagt Mombauer. Er rechne mit einer Normalisierung im Laufe der Woche. Bianca Lütz-Holoch/ez
