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Wendlinger Galerie zeigt Pop-Art-Ausstellung

Kunst Schon bei der ersten Schau dieser Art vor drei Jahren waren die Werke ein wahrer Besuchermagnet.

Werner Sommer (links) und Rolf Körber vom Verein sind stolz auf die Ausstellung. Foto: Jürgen Holzwarth

Wendlingen. „Die Pop-Art lebt“, schreibt der Galerieverein Wendlingen in seiner Mitteilung über die neue Ausstellung, die in der Weberstraße zu sehen ist. Wie recht er damit hat, kann man auf den drei Ausstellungsebenen selbst entdecken: Denn bis zum 9. Juni sind zahlreiche Werke von drei Künstlern zu sehen.

Der prominenteste der ausgestellten Künstler dürfte der 2011 verstorbene New Yorker Pop-Art Künstler James Rizzi sein. Rund 30 Jahre war Rizzi künstlerisch aktiv und ebenso erfolgreich. Besonders in Deutschland erfreuen sich seine Werke großer Beliebtheit. In Wendlingen werden etwa 50 Werke des Künstlers gezeigt. Bilder aus allen Schaffensperioden sind dabei, viele der Klassiker, frühe Werke, Unikate, kleinformatige Schmuckstücke, aber auch Großformate. Regelrechte Wimmelbilder auf mehreren Ebenen, teilweise handkoloriert. „Das kleinste Werk ist drei auf drei Zentimeter groß“, sagt Werner Sommer vom Galerieverein. Einen ganzen Raum widmet der Verein den „Minis“ von Rizzi. Kunstwerken im Briefmarkenformat. Im Untergeschoss hängen seine großflächige Drucke.

Einen ganz anderen Stil pflegt der kalifornische Künstler Mr. Brainwash: Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt Thierry Guetta unter seinem Pseudonym neue Maßstäbe in der zeitgenössischen Kunst. Er verwendet Elemente aus der Vergangenheit der Pop-Art und die rohen Komponenten seiner Street-Art-Anfänge. Er ist mit zehn Werken in der Ausstellung vertreten. „Es ist ein völlig anderer Stil als Rizzi“, sagt Sommer. Viele Bilder sind Collagen, oder aus unterschiedlichen Materialien oder Techniken zusammengesetzt. Und während Großmeister Rizzi einst Heerscharen von Helfern beschäftigte, die nach seinen Vorgaben die bunten Wimmelbilder anfertigten, sind die Mr. Brainwash-Werke mitunter auch politisch. „Die Einnahmen aus diesem Bild spendete er komplett an die Feuerwehrleute in Kalifornien“, sagt Sommer. Der bunteste Vertreter in der diesjährigen Pop-Art-Ausstellung dürfte Michel Friess sein. Er ist kein Unbekannter in der Wendlinger Galerie. Schon 2021 zeigten die Wendlinger eine Ausstellung „German Pop-Art“ mit seinen Werken. Friess‘ bevorzugtes Medium sind gebürstete Aluminiumplatten. „Er kommt von der Street-Art“, sagt Sommer. Das merke man seinen Werken an.

Comicfiguren, eine Queen mit Farbrolle, oder ein Bild von Schauspielerin Audrey Hepburn mit ausgestrecktem Mittelfinger, allerdings im Stile von Andy Warhol. Alleine in Deutschland und Österreich sind Michel Friess‘ Werke mittlerweile in über 70 Galerien zu finden. „Wir haben seine neuesten“, sagt Sommer und muss schmunzeln. Weil die letzte Ausstellung erst drei Jahre zurückliegt, wollte der Wendlinger Galerieverein vor allem Bilder, die in der Zeit danach entstanden sind.

Öffnungszeiten der Galerie sind Mittwoch bis Samstag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr, am 1. Mai, Himmelfahrt und Fronleichnam ist von 15 bis 18 Uhr geöffnet, Pfingstmontag geschlossen. ps