Marina Vollmer ist mit Bienen aufgewachsen. Die fleißigen Tierchen waren schon zu Lebzeiten ihres Uropas Teil der Familie, erzählt die 37-jährige Notzingerin, „er hat mit der Imkerei angefangen, die mein Bruder Markus und ich in mittlerweile vierter Generation weiterführen.“ Der Uropa kaufte auf Kirchheimer Gemarkung nahe des Waldfriedhofs damals ein Wiesengrundstück, bis heute sind aktuell zwischen 20 und 30 „Wirtschaftsvölker“ mit je Zehn- bis Zwanzigtausend Bienen dort untergebracht, „20 weitere Jungvölker haben wir bei uns in Notzingen im Garten“, erzählt Marina Vollmer. Sie fasziniere besonders die Schaffenskraft der Bienen, „in einem Bienenvolk hat jeder seine Aufgabe. Und wird ein Volk zu groß, kann man einen Ableger davon mit neuen Strukturen bilden. Das nennt man schröpfen“, erklärt die 37-Jährige. Dabei werden dem Wirtschaftsvolk ein oder zwei Waben mit vedeckelter und offener Brut entnommen. „Aus der offenen Brut ziehen die Bienen ihre neue Königin nach“, ergänzt die Imkerin.
Viel vom Opa über Bienen gelernt
Von klein auf begleitet hat die 37-Jährige ihren Opa bei der Arbeit mit den Bienen: „Sie und sein Garten waren immer sein Ein und Alles. Er hat uns viel über die Bienen und die Imkerei erklärt und gezeigt." Bis heute sei beim zwei- bis dreimal jährlich anstehenden Honigschleudern und dem anschließenden Abfüllen die ganze Familie im Einsatz. An eine summende Paketsendung für den Opa erinnert sich Marina Vollmer gut: „Das ist nicht unüblich, dass ein Imker für die eigenen Bienenvölker auch mal eine gezüchtete Königin per Post geschickt bekommt“, erzählt die 37-Jährige und lacht. „Als mein Opa die Imkerei altershalber nicht mehr selbst bewältigen konnte, hat erst mein Bruder allein übernommen. Als er beruflich ins Ausland gegangen ist, bin ich mit eingestiegen und habe dann auch einen Kurs beim Bienenzüchterverein Kirchheim besucht“, berichtet Marina Vollmer.
Zeitintensives Hobby
Die Imkerei betreibt sie seither als Hobby, „studiert habe ich Wirtschaftswissenschaften, also etwas völlig anderes. Das Imkern ist ein sehr zeitintensives Hobby, aber die Arbeit in der Natur gleichzeitig ein guter Ausgleich zur jener am PC“, so die 37-Jährige. 2014 gründete sie schließlich gemeinsam mit Bruder Markus Guber „Gubis Bienenprodukte“ als eigenes Label inklusive Homepage, Online-Shop und dem kleinen, ins Treppenhaus des Wohnhauses integrierten Lädle mit den vorwiegend selbst hergestellten Produkten. Darunter verschiedene Sorten Honig, Bienenwachskerzen oder auch selbstgemachte Fruchtaufstriche. Bio-Bienenwachstücher, Blütenpollen oder Propolis kauft Marina Vollmer zu, „da wäre die Eigenproduktion zu aufwändig.“ Auch in Kirchheim bekommt man „Gubis Bienenprodukte“ in Geschäften wie dem Metzger’zehn, bei ila ila und bei Asports von Ayleen Rehr.

Honig hätten auch schon die Großeltern an Bekannte verkauft, „das haben wir jetzt einfach noch etwas größer aufgezogen und dazu ist mir die Optik der Produkte wichtig, sprich, dass sie schön verpackt sind und auch unser eigenes Label tragen. Das Auge kauft immer mit“, weiß Marina Vollmer. Mit einem Stand auf dem Schlierbacher Ostermarkt hat sie angefangen, dann kamen der dortige Herbstmarkt und der Advent im Schloss Köngen dazu, der in diesem Jahr wieder von Freitag, 29. November, bis Sonntag, 1. Dezember, stattfindet. Marina Vollmer wird mit ihren handgemachten und kreativ gestalteten Bienenprodukten wieder im Rittersaal mit einem Stand mit von der Partie sein. Die Bienenwachskerzen-Herstellung im heimischen Keller laufe dafür aktuell auf Hochtouren, so die 37-Jährige, „Ostern und Weihnachten ist dafür die Saison. Vor der Geburt meines Sohnes im März habe ich das am Wochenende, abends oder auch mal nachts gemacht. Jetzt muss ich eben schauen, wie es die Zeit zulässt.“ An weiteren Ideen fehle es nicht, sagt Marina Vollmer, eher sei der Zeitfaktor ein Hindernis bei deren Umsetzung.
Wissen weiter vermitteln
„Bienenpatenschaften könnte ich mir zum Beispiel vorstellen, auch für Firmen. Da würden wir dann ein Volk auf deren Gelände aufstellen. Das wäre allerdings mit zusätzlichem Aufwand für meinen Bruder und mich verbunden, denn wir würden die Bienenvölker als Imker betreuen.“ Auch in Kindergärten und bei der Kernzeitbetreuung ist Marina Vollmer immer wieder vor Ort, um den Kindern ihr Wissen über die Honigbienen näher zu bringen. Ebenso den Besuchern beim „offenen Bienenstock“ im eigenen Garten.
Weitere Infos unter: www.gubis-bienenprodukte.de

