Planung
Wie gut ist die Freiwillige Feuerwehr Ohmden aufgestellt?

Die Feuerwehr Ohmden kann sich über neue Mitglieder und gut erhaltene Fahrzeuge freuen. Dennoch braucht es eine kostspielige Anschaffung. 

Trotz einer teils geringer Besetzung ist es der Feuerwehr Ohmden gelungen, jeden Einsatz zu stemmen. Archivfoto: Lisa Greiner

Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ohmden, Matthias Rasper, kann im Gemeinderat stolz verkünden: „Wir haben jetzt tagsüber wesentlich mehr Feuerwehrangehörige im Ort.“ Das komme nicht von ungefähr, sondern sei auf die gute Werbung in diesem Jahr zurückzuführen. So konnten sie auch Quereinsteiger für das Ehrenamt begeistern. Diese seien durch die hohe Anzahl an Homeofficetagen sowie Schichtarbeit häufig den Tag über in der Gemeinde – wodurch die Feuerwehr im Moment fünf Kameraden für diese Zeitspanne vorweisen kann. Dazu zählen Zug- und Gruppenführer, Maschinisten und Geräteträger. „Wenn wir ausgerückt sind, waren im Durchschnitt zwischen 6 und 18 Uhr elf Mann im Einsatz.“ Zwischen 18 und 6 Uhr waren es, so Rasper, sogar 16. 

Eine gute Nachbarschaft

Auch bei der Nachbarschaftshilfe hat sich etwas geändert: „Wir sind nicht mehr nur auf die Feuerwehr Weilheim angewiesen“, sagt Matthias Rasper. Nun werde vermehrt auf die Unterstützung der Feuerwehren Holzmaden und Jesingen gesetzt. Das komme daher, dass die Weilheimer Kollegen die Einsätze in Ohmden nicht mehr stemmen könnten, wenn sie in der eigenen Stadt alarmiert wurden. Obwohl die Nähe zu Zell eine Zusammenarbeit mit der dortigen Feuerwehr nahe lege, sei dies nicht möglich, weil die Gemeinde bereits zum Landkreis Göppingen zählt. 

Trotz einer zum Teil geringen Besetzung konnten die Feuerwehrleute alle Einsätze stemmen. Eine Gruppe besteht nach Matthias Raspers Worten immer aus neuen Feuerwehrangehörigen. „Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese zu stellen.“ Das gelinge der Freiwilligen Feuerwehr Ohmden tagsüber in den ersten zehn Minuten nur zu 33 Prozent. Es gebe jedoch eine Ausnahmeregelung, wonach nur sechs Feuerwehrangehörige berücksichtigt werden könnten – sofern im zweiten Schritt neue nachkommen würden. Die ersten sechs Personen konnten die Ohmdener nach Raspers Worten immer zu 100 Prozent bereitstellen – ganz egal zu welcher Uhrzeit. Die zweite Löschgruppe müsse jedoch 15 Minuten nach der ersten vor Ort sein. In diesem Punkt gibt es eine weitere Änderung: Die Feuerwehr Ohmden hat keine zweite Löschgruppe mehr. Das kompensieren sie aber dadurch, dass die Feuerwehren aus Holzmaden und Weilheim alarmiert werden. „Die schaffen das auch in diesen 15 Minuten“, versichert Rasper. Nachts sehe es noch besser aus: So könnten sie in dieser Zeit die geforderte Mannschaftsstärke immer zu 100 Prozent erreicht – genauso am Wochenende.

Was die Fahrzeuge betrifft, gibt es für den Gemeinderat eine unerwartet gute Nachricht: Das Löschfahrzeug soll noch mindestens zehn Jahre laufen, obwohl für 2029 eine Ersatzbeschaffung eingeplant war. Das habe der Kreisbrandmeister aufgrund der geringen Kilometerzahl und des generell guten Zustands feststellen können. Die schlechte Nachricht: Das Tanklöschfahrzeug müsse bis 2027 ersetzt werden – denn solange das Löschfahrzeug mit seinem geringen Fassungsvermögen von 600 Litern im Einsatz sei, könne auch auf das Tanklöschfahrzeug, das weitere 1800 Liter fasst, nicht verzichtet werden. Besonders bei starkem Unwetter habe sich gezeigt, dass das Fahrzeug mit seinem Allradantrieb Gold wert sei. Von diesem Fahrzeugtyp gebe es im gesamten Landkreis nur noch drei, weshalb sie nach Raspers Worten sehr froh sind, es zu haben. Das bedeute jedoch auch, dass es weiterhin betrieben werden müsse – auch wenn Reparaturkosten anstünden. Der Gemeinderat müsse sich auch mit der Notwendigkeit einer Ersatzbeschaffung auseinandersetzen. Die Feuerwehr schätzt, dass hierfür Kosten von rund 500.000 Euro anfallen dürften. Vom Land gebe es jedoch Fördermittel. Nach aktuellem Plan sollte die Freiwillige Feuerwehr Ohmden bis 2050 wieder gut mit Fahrzeugen aufgestellt sein. 

„Wir haben in den vergangenen drei Jahren alles getan, um den Katastrophenschutz zu verbessern“, sagt Matthias Rasper. Mit Erfolg: Die meisten Dinge seien beschafft worden. In diesem Jahr sind etwa 600 Sandsäcke dazugekommen. Nun würden nur noch Kleinigkeiten fehlen, wie Einwegdecken für die Feldbetten, die in der Gemeindehalle eingelagert sind.

 

Projekte und Kosten der Feuerwehr

Der Haushalt für das Jahr 2025 konnte bereits abgeschlossen werden, sagt der Kommandant Matthias Rasper. Es waren 30 Brandschutzjacken für 25.000 Euro veranschlagt. Da in diesem Jahr jedoch weitere Kameraden hinzugekommen sind, wurden 36 Jacken beschafft, wodurch das Budget leicht überschritten wurde. Acht Atemschutzmasken und sechs Lungenautomaten kamen hinzu. Es konnten Gitterboxen und Sandsäcke für den Katastrophenschutz beschafft werden. Die im Haushalt eingestellten 37.500 Euro wurden schlussendlich geringfügig unterschritten.

Für das kommende Jahr müssen, so Rasper, Fachplaner für die Fahrzeugbeschaffung beauftragt werden. Hierfür rechnet die Feuerwehr mit rund 10.000 Euro. Zudem werden Fachplaner für den Umbau des Feuerwehrgebäudes für rund 14.000 Euro benötigt. Auch Anschaffungen sollen getätigt werden, dazu zählen etwa ein Schwerlastregal und Einwegdecken. Die Feuerwehr kommt damit auf einen Betrag von 36.300 Euro.