Kommunalwahl 2019

Der Platzhirsch heißt nicht CDU

Regionalwahl Bei der Wahl zum Stuttgarter Regionalparlament überflügelt die AfD in manchen Gemeinden die kläglichen SPD- Ergebnisse. Von Irene Strifler

Der Zählmarathon der Regionalwahl dauerte am gestrigen Sonntag bis spät in die Nacht. Bei Redaktionsschluss lagen noch nicht all
Der Zählmarathon der Regionalwahl dauerte am gestrigen Sonntag bis spät in die Nacht. Bei Redaktionsschluss lagen noch nicht alle Ergebnisse vor.Archivbild: Carsten Riedl

Holzmaden und Owen gewannen nicht nur zeitlich die Auszählung der Regionalwahl, sie waren auch Trendsetter. So zum Beispiel beim vielerorts zu beobachtenden Fall der ehrwürdigen SPD zu einer Partei mit teilweise einstelligen Prozentzahlen. Die Sozialdemokraten erreichten etwa in Neidlingen gerade mal 7,23 Prozent. In Notzingen liegen sie zwar bei 11,52 Prozent, aber damit gleichauf mit der AfD, die hier mit Peter Schuster über ein prominentes Mitglied verfügt. Er war einst sogar CDU-Landtagswahl-Zweitkandidat.

Der Platzhirsch heißt rund um die Teck heute längst nicht mehr automatisch CDU. Zwar haben die Christdemokraten in vielen Gemeinden noch die Nase vorn, aber fast nirgends so deutlich wie in Neidlingen mit 31,77 Prozent. Teilweise eroberten die Grünen Platz eins, etwa in Kirchheim mit 27,02 Prozent deutlich vor der CDU mit 21,16 Prozent. Auch in Bissingen heimsten sie mit 24,79 Prozent etwas mehr Stimmen als die Freien Wähler und klar mehr als die CDU mit 22,15 Prozent ein. In einzelnen Gemeinden hatte die CDU schon 2014 den Regionalwahlsieg den Freien Wähler überlassen müssen, so in Owen, was nicht zuletzt der Bürgermeisterin geschuldet ist. Hier schafften sie den Sieg wieder, allerdings nicht mehr mit 37,87, sondern „nur“ mit 27,84 Prozent. - Die Ergebnisse des Dreigestirns CDU, Bündnis 90/Die Grünen und Freie Wähler näherten sich generell einander an, was für die Grünen enorme Gewinne, für die anderen Verluste bedeutet.

Die Liberalen legten überall deutlich zu.

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