Lenningen. „Das Jahr 2012 war das erfolgreichste und eines der schönsten Jahre des Naturschutzzentrums“, sagt Matthias Berg, Erster Landesbeamter des Landkreises Esslingen. Dies belegen auch die Besucherzahlen. Im Vergleich zu 2010 sind sie von 15 000 auf 31 500 mehr als verdoppelt worden. Dies alles sei ohne den Einsatz der vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht möglich gewesen, betont Berg. Ein wichtiger Punkt ist auch das Markenzeichen „Biosphärengebiet“, so Dr. Wolfgang Wohnhas, Geschäftsführer und Leiter des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb. Dies belegen auch die Besucherzahlen auf der Homepage des Naturschutzzentrums. Seit es zum „Biosphärengebiet“ gehört, ist die Homepage die am zweitbesten besuchte im Vergleich zu anderen Naturschutzzentren. Und das obwohl das Einzugsgebiet des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb eines der kleinsten ist.
Das Naturschutzzentrum ist Teil eines großen Netzwerks. Durch zahlreiche Kooperationen mit anderen Einrichtungen, unter anderem der Volkshochschule Kirchheim, der Universität Ulm oder dem Landfrauenverband Württemberg-Baden, werden Veranstaltungen angeboten. „Dies ist deshalb von großer Bedeutung, weil dadurch viele neue Besucher angelockt und neue Themen ins Programm aufgenommen werden“, so Wohnhas. „Man sieht immer mehr verschiedene Autokennzeichen, auch aus Regionen, die weit entfernt sind“, stellt Dieter Ruoff, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Naturschutzzentrums, fest. „Das Naturschutzzentrum ist ein Veranstaltungsort der ganz besonderen Art“, sagt Berg. Durch die Kooperation mit der Frickenhausener Theaterspinnerei konnte im vergangen Jahr eine Theaterveranstaltung im Steinbruch des Naturschutzzentrums ins Leben gerufen werden, die ein großer Erfolg war. Allein 1 500 Besucher kamen zu den Auftritten. „Wir freuen uns auf viele Besucher und hoffen, dass es so weitergeht“, so Wohnhas.
Die Jahresprogrammvorstellung ist der offizielle Startschuss zur neuen Saison. „Wir haben uns viel für das neue Jahr vorgenommen, das Programm ist so voll wie nie“, sagt Wohnhas. Ungefähr 130 Veranstaltungen umfasst das Programm des Naturschutzzentrums. Das erste Highlight des Jahres ist das Geo-Park-Fest. Weitere Höhepunkte sind die Saisoneröffnung des Literarischen Radwegs „Auf Mörikes Spuren“, der Bauernmarkt mit einem großen Angebot an regionalen Produkten, der Landschaftspflegetag im Schopflocher Moor und das 20-jährige Bestehen des Naturschutzgebiets „Oberes Lenninger Tal“, das am 1. Juli 1993 als solches ausgewiesen wurde. Neben naturkundlichen Führungen, Wanderungen und der neuen Dauerausstellung „Die blaue Mauer“ zählen zahlreiche Sonderausstellungen zum Programm. Eine davon, die bereits jetzt läuft, ist die Ausstellung „Arten – Reich – Naturfotografien aus Süddeutschland“ der Regionalgruppe Württemberg von der Gesellschaft deutscher Tierfotografen (GDT). Bundesweit gibt es 16 Regionalgruppen, so Rolf Müller, Naturfotograf aus Kirchheim und als Vertreter der GDT anwesend. Die GDT besteht aus über 1 000 Profi- und Hobby-Naturfotografen aus der ganzen Welt. Sie ist die größte Vereinigung von Naturfotografen in Europa. „Fotografie ist auch ein wichtiger Faktor für die Werbung des Naturschutzzentrums, zum Beispiel für Broschüren“, so Dieter Ruoff, selbst Fotograf der GDT.
„Man muss den Naturschutz und die Technologie verbinden“, sagt Wohnhas. Das Thema Windmühlen spielt auch für das Naturschutzzentrum eine wichtige Rolle. Deshalb wolle man mit einem Diskussionsforum und Vorträgen Hintergrundinformationen zum Thema geben. Wichtig sei die Frage, ob es in Zukunft nur noch Technologie auf den Feldern gebe oder auch noch Rinder dort stehen, so Wohnhas. „Die Landwirtschaft muss sich mit der Moderne entwickeln, ohne verdrängt zu werden“. Deshalb sei auch Landschaftspflege wichtig. „Die Landschaft erhält sich nicht von alleine, es muss gearbeitet werden“, sagt Dr. Wohnhas. Es sei wichtig, dass dies den Besuchern bewusst wird. Hierbei spiele Umwelterziehung ebenfalls eine große Rolle. „So früh wie möglich sollten Kinder diese Erziehung erhalten.“ Das Naturschutzzentrum legt selbst einen Schwerpunkt auf dieses Thema. Das zeigt zum Beispiel das Zertifikat „Junior Ranger“. In einem Camp können Jugendliche dieses Zertifikat erhalten.
„Der Bereich Tourismus ist seit der Wiedereröffnung des Naturschutzzentrums im Jahr 2011 nach dem Umbau hinzugekommen und hat an Bedeutung gewonnen“, betont Wohnhas. Man müsse die Natur und den Tourismus zusammenbringen. „Nachdem das Naturschutzzentrum zu Beginn noch eine Umweltbildungseinrichtung war, kamen im Lauf der Zeit die Betreuung der Naturschutzgebiete und schließlich der Tourismus hinzu“, erläutert er. „Das Naturschutzzentrum bildet das Eingangsportal des Nordteils des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.“ Ein Beispiel ist das Projekt „Umweltfreundliche Mobilität im Biosphärengebiet“. Das Naturschutzzentrum stellt Elektrofahrräder bereit. Es wird daran gearbeitet, ein Netzwerk für Akkustationen, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Landwirten, aufzubauen, um das Projekt voranzubringen. „Man muss die Alb erlebbarer machen“, so Berg. Es müsse allen möglich sein, vor allem den nicht so mobilen Bürgern, das Biosphärengebiet zu besuchen.
