Neue Bauplätze im Schlierbacher Ortskern: Nun sollen die Baulücken im Gebiet zwischen der ehemaligen Strumpffabrik und der B 297 geschlossen werden. Der Gemeinderat stimmte der Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans zu.
Schlierbach. Innerörtliche Nachverdichtung heißt das Stichwort, mit dem der Flächenverbrauch an den Ortsrändern eingeschränkt werden soll. „Zur Nachverdichtung sind in Schlierbach eigentlich nur zwei Gebiete brauchbar: Das Auwärter-Areal und das Hilt-Areal“, erklärte Bürgermeister Paul Schmid. Das Auwärter-Areal an der Hölzerstraße ist bereits überplant, erste Häuser werden dort gebaut. Auch der südliche Abschnitt des Hilt-Areals, die ehemalige Strumpffabrik an der Göppinger Straße, ist neu bebaut.
Nun soll also das Gebiet zwischen Strumpffabrik, Friedhof und Breiteweg und der B 297 für Wohnhäuser erschlossen werden. Der im Gemeinderat vorgestellte Vorentwurf sieht vor, insgesamt 23 Einfamilienhäuser und vier Doppelhäuser in dem neuen Gebiet „Breiteweg II“ unterzubringen. Verkehrstechnisch angebunden werden soll das Neubaugebiet einerseits über eine Stichstraße von der Göppinger Straße her, andererseits über den Breiteweg entlang der Aussegnungshalle. Im Wohngebiet selbst soll eine Ringstraße gebaut werden.
Damit sich die Lärmbelastung von der Bundesstraße her in Grenzen hält, soll am Nordrand des Gebiets entweder ein Lärmschutzwall oder eine Lärmschutzwand gebaut werden. Die Gemeinde hofft, im beschleunigten Verfahren den Bebauungsplan baldmöglichst auszulegen und bereits im September alle notwendigen Stellungnahmen von allen Trägern öffentlicher Belange und betroffenen Bürgern beisammenzu- haben. Erste Gespräche mit den Grundstücksbesitzern seien ebenfalls schon geführt worden, so Bürgermeister Schmid. Dies sei auch deswegen wichtig, weil zunächst noch ein Baulandumlegungsverfahren durchgeführt werden müsse, um die Flächen neu zu ordnen.
Der Vorentwurf stieß in seinen Grundzügen bei den Ratsmitgliedern auf positive Resonanz. Allerdings sehen einige Gemeinderäte durchaus noch Diskussionsbedarf bei einzelnen Planungsaspekten. So bemängelte Ralf Dreizler (FUW), dass es zu wenige Parkplätze in dem neuen Wohngebiet gebe. Nach Meinung der Freien Wähler sollte die Ringstraße von vornherein als Einbahnstraße geführt werden, sodass mehr Parkraum zur Verfügung stünde.
Kurt Moll (CDU) wiederum setzte ein Fragezeichen hinter die Straßenplanung. „Ein großer Teil meiner Fraktion hat große Probleme mit der Erschließung über den Breiteweg“, so Moll, der Verkehrsprobleme und Lärmbelästigungen bei Beerdigungen befürchtet. Er bemängelte auch, dass in der Planung für das Verbindungsstück zum Breiteweg kein Gehweg vorgesehen sei. Er selbst werde eine Anbindung für den Straßenverkehr an dieser Stelle mit Sicherheit ablehnen und schlug stattdessen die Schaffung eines Fußwegs vor.
Bürgermeister Schmid verwies darauf, dass im Moment noch keine Entscheidungen über Detailfragen getroffen würden. „Wir sind in einer Phase, wo wir noch Änderungen durchführen können“, so der Rathauschef, der auch die Rückmeldungen aus der geplanten Informationsveranstaltung am 20. Juli mit einfließen lassen möchte.
Der Schlierbacher Gemeinderat fasste letztlich bei einer Enthaltung den Entschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans „Breiteweg II“ und leitete ebenfalls einstimmig das Baulandumlegungsverfahren ein.
