Infoartikel
Nicht nur das Schwimmen, sondern auch das Retten beibringen

Eine Tragödie war der Auslöser für die Gründung der weltweit größten ehrenamtlichen Wasserrettungsorganisation: Am 28. Juli 1912 ertranken 16 Menschen, als ein Dampfer die Seebrücke im Badeort Binz auf der Ostseeinsel Rügen rammte. Keiner konnte schwimmen, und keiner konnte helfen. Pro Jahr verloren zu dieser Zeit etwa 5 000 Menschen im Wasser ihr Leben, und nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung konnten schwimmen. Um diesen Zustand zu verbessern, wurde am 19. Oktober 1913 die DLRG gegründet. Ihr Ziel ist es, möglichst vielen Menschen nicht nur das Schwimmen, sondern auch das Retten beizubringen. In den folgenden Jahrzehnten wurden überall in Deutschland Landesverbände, Bezirke und Ortsgruppen der DLRG gegründet. Heute zählt die Organisation bundesweit 1,1 Millionen Mitglieder. Die Ertrinkungsunfälle sind auf ein Zehntel zurückgegangen.
Doch die Wasserretter dringen auf weitere Verbesserungen: In den vergangenen zehn Jahren wurden in Deutschland 1 100 Hallenbäder geschlossen, über 300 weitere Bäder sind akut von einer Schließung bedroht. Jedes dritte Kind kann nach der Grundschule immer noch nicht sicher schwimmen.ub