134 Blutspendeaktionen in 2011 – DRK-Informationsveranstaltung im Kreisklinikum Nürtingen
„Ohne Blut geht‘s nicht“

Im Jahr 2011 hat der DRK-Blutspendedienst 134 Spendenaktionen im Kreis Esslingen veranstaltet. Darüber hat der DRK-Kreisverbandsvorsitzende Rolf Siebert in einer Veranstaltung im Kreisklinikum Nürtingen informiert, bei der deutlich wurde: „Ohne Blut geht‘s nicht.“

Nürtingen. Viele der Spender kommen zwar regelmäßig zur Blutspende, wissen aber nicht, was genau bei der Blutspende, beziehungsweise nach der Abnahme mit ihrem Blut passiert. Dies beantwortete Dr. Sixten Körper, der Abteilungsleiter Blutspende am Institut Ulm, in seinem Vortrag „Vom Spender zum Empfänger“. Grundvoraussetzung sei ein gesunder und motivierter Patient, sagte Dr. Körper. Grundsätzlich unterscheidet man bei der Blutspende zwischen der Vollblutspende, einer Plasmaspende und der Thrombozytenspende. Bei einer Vollblutspende werden dem Spender nach einer ärztlichen Untersuchung 500 Milliliter Blut aus seiner Vene entnommen. In einem Labor stellen medizinisch-technische Fachangestellte fest, welche Merkmale das Blut hat und ob der Blutspender mit HIV oder beispielsweise Hepatitis B infiziert ist. „Ist ein Spender von HIV betroffen, wird sein Blut sofort entsorgt“, so Körper. Männer dürfen in Deutschland bis zu sechs, Frauen bis zu vier Vollblutspenden im Jahr leisten.

Eine eher unbekannte Blutspende ist die Plasmaspende, bei der eine Komponententrennung des Blutes durchgeführt wird. Das Blut kommt in einen sogenannten Zentrifugenbehälter, in dem sich weiße und rote Blutkörperchen, Blutplasma sowie Blutplättchen (Thrombozyten) voneinander trennen. Die vom Plasma getrennten Blutbestandteile werden dem Spender direkt wieder zurückgegeben.

Warum wird diese Methode angewandt? „Teilweise benötigen Patienten nur bestimmte Bestandteile des Blutes. Um die volle Wirksamkeit zu erlangen, benötigen sie keine Vollblutspende von 500 Millilitern“, sagte Dr. Körper. Eine Thrombozytenspende wird meist von Leukämie- und Krebskranken benötigt. Die Blutplättchen sind für die Immunabwehr und Blutgerinnung zuständig. Bei der Thrombozytenspende werden dem Spender in einem ähnlichen Verfahren wie bei der Plasmaspende über einen sogenannten Zellseperator nur die Thrombozyten aus dem Blut gefiltert, und er erhält noch während der Spende die restlichen Blutbestandteile zurück.

Nach jeder Blutuntersuchung im Labor erfolgt der Transport ins Klinikdepot. Bevor ein Arzt dann dem Patienten das Blut transferiert oder Blutplättchen transplantiert, wird dessen Blut auf seine Merkmale im Labor getestet.

Warum sind regelmäßige Blutspenden wichtig? „Die Haltbarkeit des Blutes beträgt bei einer Lagerung beim Blutplasma zwei Jahre, bei den roten Blutkörperchen 35 Tage und bei den Blutplättchen nur vier Tage“, sagte Dr. Sixten Körper. Dabei brauchen fünf Prozent der Deutschen einmal im Jahr eine Blutspende. Etwa 80 Prozent der Blutspenden stammen vom Deutschen Roten Kreuz.

Nach seinem Vortrag veranschaulichte Dr. Hans Wiedmann vom Klinikum Nürtingen durch ein Fallbeispiel, welche Bedeutung die Blutkonserven im Klinikalltag haben. „Wir sind im täglichen Leben auf Blutpräparate angewiesen und sehen es oft als viel zu selbstverständlich an, diese zur Verfügung zu haben“, sagte Dr. Wiedmann. Die Ärzte seien über jede Blutspende dankbar, denn „ohne Blut geht’s nicht“. Nach den Vorträgen beantworteten die beiden Ärzte und der DRK-Generalsekretär Peter Heimer Fragen zum Thema.

Die Infoveranstaltung wurde vom DRK-Blutspendedienst gemeinsam mit den Kreiskliniken Nürtingen und Kirchheim sowie dem DRK Nürtingen/Kirchheim organisiert. Besonders gelobt wurden dabei die vielen ehrenamtlichen Helfer und freiwilligen Spender, ohne die eine Blutspendeaktion nicht möglich wäre.

Die nächste Blutspendeaktion in Kirchheim findet am Montag, 3. Dezember, ab 15.30 Uhr in der Feuerwache statt.