Bissingen. Die Bildungseinrichtungen auf dem Bissinger „Schulbuckel“ werden neu strukturiert und modernisiert. Hintergrund ist der Wegfall der Hauptschule. Die freien Klassenzimmer nutzen nun die Grundschule und eine Außenklasse der Nürtinger Bodelschwinghschule. In der ehemaligen Schulküche ist die kleine Mensa beheimatet, und auch für die Schülerbetreuung gibt es passende Räume.
Der Grundschulpavillon wird im Frühjahr abgerissen. An seiner Stelle entsteht das Kinderhaus, in das die U3- und Ü3-Gruppen des Kindergartens Pfarrstraße einziehen werden. Die Ortsbücherei hat ihr Domizil bereits im Untergeschoss der Gemeindehalle gefunden.
Im Rahmen der Umbau- und Neubaumaßnahmen trägt die Gemeinde den Anforderungen des Brandschutzes Rechnung. Doch nicht nur das. Bürgermeister Marcel Musolf setzte sich bereits seit Beginn seiner Amtszeit für einen barrierefreien Zugang zur Schule ein und fand damit beim Gemeinderat offene Ohren. Nachdem die Bürgervertreter in ihrer Februarsitzung alle anderen Arbeiten vergaben, nahmen sie sich den Hauptbrocken, die Landschaftsbauarbeiten, in jüngster Sitzung vor.
Es war allen Beteiligten klar, dass die Gemeinde für ein Schulgelände ohne Hindernisse etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Freilich ließen die abgegebenen Angebote die Gemeinderatsmitglieder doch etwas zusammenzucken. Das preisgünstigste Angebot einer Kirchheimer Garten- und Landschaftsbaufirma lag mit knapp 300 000 Euro rund 70 000 Euro über den berechneten Kosten. Alle fünf anderen Anbieter waren noch teurer. Die Verwaltung zog die Reißleine und änderte in Abstimmung mit Landschaftsarchitekt Klaus Wiederkehr aus Nürtingen die Planung. Dies akzeptierte die Kirchheimer Firma. Die Kosten liegen nun bei 244 208 Euro. Diesem Betrag müssen noch 5 900 Euro dazugeschlagen werden für Ausstattungsteile wie Sonnenschirme und Vordach, die von der Gemeinde wirtschaftlicher beschafft werden können. „Nach der Submission haben wir überlegt: Wie können wir die Vergabesumme abspecken? Wir haben zum Beispiel bei der zweiten Ebene im Pausenhof anstatt Asphalt Pflaster genommen. Das war günstiger“, sagte Bürgermeister Musolf.
Insgesamt aber blieben trotz dieser erhöhten Angebotspreise im Landschaftsbau die Kosten der Neustrukturierung des Schulstandorts in der Seegemeinde im vorgegebenen Kostenrahmen. Rund 1,6 Millionen Euro plante die Gemeinde in den Jahren 2013 bis 2015 für diese Maßnahme ein. Die bisher vergebenen Gewerke ohne den Landschaftsbau schlagen mit rund 770 000 Euro zu Buche.
Den Werkplan für den Außenbereich der Schule, er wurde mit den Erzieherinnen abgestimmt, stellte Landschaftsarchitekt Klaus Wiederkehr dem Gemeinderat vor. Dabei erläuterte er anhand von Fotos und Plänen nicht nur den barrierefreien Zugang zu Kinderhaus, Schule und Gemeindehalle beziehungsweise Bücherei sowie die etwas erhöhte, gepflasterte „Insel“ auf dem Pausenhof. Er ging auch detailliert auf den Südgarten mit Rutschen-, Kletter- und Rodelhügel ein, dem Kernstück vor dem Kinderhaus. Hier wird es auch einen Rundweg geben, an dessen Rand ein beschatteter Sandkasten mit Rutsche liegt. Für kleinere Kinder ist oberhalb an einen ruhigeren Bereich gedacht.
Die Landschaftsbauarbeiten werden kurz vor den Sommerferien beginnen und sich voraussichtlich bis in die ersten Wochen des neuen Schuljahres hinziehen. Doch dann, so hofft Bürgermeister Musolf, werden auch Rollstuhlfahrer mit dem Schulgelände keine Probleme haben. Dazu wird auch der Aufzugsturm im ehemaligen Hauptschulbereich beitragen.
