Toiletten an der Grundschule Schopfloch werden nach 50 Jahren saniert
Ohne Schuhwechsel zur Toilette

Für die Schüler der Grundschule in Schopfloch bricht ein neues Zeitalter an: Ihre Toiletten werden erstmals seit der Fertigstellung des Gebäudes im Jahre 1962 grundsaniert. Damit wird auch bald der „Freigang“ der Vergangenheit angehören.

Lenningen. In den vergangenen 50  Jahren wurden die Schüler-Toiletten in der Grundschule in Schopfloch kaum modernisiert. „Lediglich die alten Druckspüler wurden durch Wasser sparende Kästen ersetzt. Aber es sind immer noch die alten Kloschüsseln aus den Sechzigerjahren drin“, erläuterte Uwe Straub, Leiter der Lenninger Bauverwaltung, die Situation dem Gemeinderat.

Zudem müssen die Kinder das Gebäude verlassen, wenn sie ein dringendes Bedürfnis verspüren. Die Toiletten sind auf der Südseite angebracht. Zu erreichen sind sie über das Treppenhaus, das zum überdachten Teil des Pausenhofs führt. Von dort gelangen sie zu den WCs, die damit auch für jedermann zugänglich sind. „So hat man früher gebaut, das war üblich“, erklärt der Bauamtsleiter. Das gleiche Schema findet sich beispielsweise in Oberlenningen und Gutenberg.

Dieser Baustil ist für die Kinder vor allem dann lästig, wenn die Blase während der Unterrichtszeit drückt. „Heutzutage ist es üblich, dass die Kinder Hausschuhe tragen. Die müssen sie aber aus- und Straßenschuhe anziehen, um zu den Toiletten zu gelangen“, beschreibt Uwe Straub die Situation.

Damit das in Zukunft entfällt, soll nun der überdachte Teil mit einem in drei Segmenten aufgeteiltes Eingangselement versehen werden. „Dieses kann von den Lehrerinnen verschlossen werden, damit kein Unbefugter mehr Zugang zu den Toiletten hat“, sagte Uwe Straub weiter. Dank Panikbeschlag können sie im Notfall ohne Schlüssel von innen geöffnet werden.

„Zudem war der Schimmelbefall weit vorangeschritten“, zeigte der Amtsleiter anhand von Bildern auf. Dies ist die Folge der damaligen Bauweise, denn das Erdreich wurde ohne jeglichen Schutz oder Drainage an das am Hang stehende Gebäude angehäuft. Die Wand ist daher von außen durchnässt.

Dies gehört jedoch bereits der Vergangenheit an. „Um die Arbeiten in den Ferien erledigen zu können, hat die Wand bereits eine Schotterpackung samt Noppenfolie bekommen. Das Mauerwerk ist bereits trocken und die Räume frisch gestrichen“, teilte Uwe Straub dem Gemeinderat mit, der mit dieser schnellen Entscheidung einverstanden war.

Nun steht die weitere Sanierung an. „Die Heizungen sind in zwei Meter Höhe angebracht. Das ist sozusagen eine Fußbodenheizung für das Rektorat – und das ist ein weiterer Grund für die Schimmelbildung, denn die Wärme geht bekanntlich nach oben“, zeigte er weiter die Situation auf. Er schlug vor, im Zuge dieser Maßnahme nicht nur neue Kloschüsseln einzubauen, sondern die Räume auch neu zu fliesen. Die Kosten dafür liegen bei rund 40 000 Euro.

„Die Sanierung ist zwingend notwendig“, ließ Bürgermeister Michael Schlecht keinen Zweifel aufkommen. Gleicher Ansicht war auch der Gemeinderat. Falk Kazmaier ging sogar noch einen Schritt weiter: „Prinzipiell habe ich nichts gegen diese Planung. Ich würde in diesem Zusammenhang aber auch gleich die Glasbausteine entfernen und durch Scheiben ersetzen“, schlug er vor. Dieser Ansicht schlossen sich Verwaltung und Gremium an. Einstimmig wurde daher die Sanierung der Schülertoiletten in Schopfloch beschlossen.