Holzmaden. Mit der Erweiterung der Erdgasversorgung in Holzmaden ergibt sich für viele Hauseigentümer die Möglichkeit, ihre Heizungsanlage auf Erdgas umzustellen. In diesem Zusammenhang hat der Gemeinderat sich in seiner jüngsten Sitzung auch über den möglichen Anschluss der Grundschule und der Gemeindehalle an das Netz beraten.
Im Ort liegt bereits eine Gasleitung im Baugebiet Ringstraße, die bis zur Seestraße reicht. „Die Netze BW GmbH wird nun die bestehende Versorgung über die Blumenstraße ins Gewerbegebiet in der Zeller Straße weiterführen“, erklärte Bürgermeister Jürgen Riehle. Alle entlang der Trasse liegenden Gebäude – und damit auch Gemeindehalle und Schule – können dadurch einen Gasanschluss erhalten, wenn dies die Eigentümer wünschen. Die ersten Bauarbeiten haben in dieser Woche begonnen.
Die Anschlusskosten für die Gemeindehalle liegen voraussichtlich bei 5 200 Euro, für die Grundschule bei etwa 8 400 Euro. Der Gemeinderat hatte sich dafür ausgesprochen, zunächst die Möglichkeiten der jeweiligen Anlagen genauer zu prüfen. Deshalb hatte Bürgermeister Riehle das Ingenieurbüro Spranz in Dettingen um Unterstützung gebeten. Gunter Spranz besichtigte die Heizungsanlagen und wurde um eine fachmännische Einschätzung der Situation gebeten.
„Die beiden Kessel im Schulgebäude mit Baujahr 1989 befinden sich in gutem Zustand“, erklärte Spranz. Ein Gasanschluss sei hier ohne Weiteres möglich, da sie sowohl für Öl- als auch Gasbetrieb zugelassen sind. „Man müsste eigentlich nur die Brenner austauschen, sonst sind keine Änderungen nötig.“
Die Heizanlage der Holzmadener Grundschule sei vor allem deshalb auf dem Stand der Zeit, weil vor 14 Jahren Steuerung und Technik erneuert wurden, erläuterte der Bürgermeister. Schwieriger gestaltet sich hingegen die Situation in der Gemeindehalle. „Die verschärfte Energieeinsparverordnung, die im Mai in Kraft tritt, sieht bis 2015 eine Erneuerung von Öl- und Gasheizungen vor, die älter als 30 Jahre sind“, berichtete Spranz. Die in der Gemeindehalle verbaute Anlage stammt aus dem Jahr 1981 und dürfte 2015 somit nicht mehr betrieben werden. „Hier muss wahrscheinlich eine neue Heizanlage her. Eine Umrüstung wie bei der Schule würde den gesetzlichen Bestimmungen nicht entsprechen.“
Auch wenn im Verlauf der Diskussion alternative Energieträger und weitere technische Möglichkeiten zur Sprache kamen – Dieter Fischer aus der Fraktion der Freien Wählervereinigung (FWV) brachte es letztlich auf den Punkt: „Es geht darum, ob wir als Gemeinde das Geld in die Hand nehmen wollen, um die Option auf eine Gasheizung zu haben.“ Die Entscheidung über die tatsächliche Umstellung der Heizung müsse zurückgestellt werden und sei jetzt noch kein Thema. „Die Kosten für den ersten Anschluss sind überschaubar. Die technischen Fragen müssen heute noch nicht ausdiskutiert werden“, erklärte Fischer.
Thomas Benz von der Holzmadener Bürgerliste (HBL) befürwortete den Gasanschluss der Gebäude. „Dass die Schule relativ unkompliziert auf Gas umsteigen könnte, ist erfreulich“, sagte Benz. „Für die Gemeindehalle finden wir bestimmt auch eine Lösung.“
Michael Thiehoff (HBL) wollte sich noch nicht festlegen. „Wenn wir jetzt einen Anschluss legen, brauchen wir uns später gar nicht mehr über Alternativen unterhalten – dann ist die Entscheidung für Gas gefallen. Alles andere würde die Investition entwerten“, gab er zu bedenken.
Der Gemeinderat stimmte schließlich bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen für den Anschluss der Gebäude an das erweiterte Gasnetz. „Es ging dabei nur um den Anschluss“, betonte Bürgermeister Riehle nochmals. „Damit ist noch keine verbindliche Aussage darüber getroffen, ob auch eine Abnahme erfolgt und die Heizung auf Gas umgestellt wird.“ Dies werde weitere Investitionen erforderlich machen, über die der Gemeinderat später zu entscheiden habe.
