Kirchheim. Der Bebauungsplan „Untere Rabailen“, mit dem sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses im Kirchheimer Gemeinderat jetzt beschäftigten, umfasst den Grünstreifen zwischen A 8 und Kompostwerk. Bislang lagert auf einem kleinen Teil der Fläche ein Landschaftsbauunternehmen seine Materialien. Dahinter liegt die Monkey Cross-Strecke des Kirchheimer Rad- und Kraftfahrervereins. Das Areal wird durch eine Baumreihe abgeschlossen, die auch eine Art Sichtschutz Richtung Lindorf darstellt.
Künftig soll die beschriebene Fläche intensiver genutzt werden: „Hauptziel des Bebauungsplanes ist die Ansiedlung der Grünmüllsammelstelle“, erläuterte Stadtplaner Gernot Pohl. Sie soll hinter der heutigen Monkey Cross-Strecke eingerichtet werden. Im Gegensatz zum jetzigen Standort in der Saarstraße dürften dort die zahlreichen Autos mit Schnittgut niemanden stören.
Direkt an der Einfahrt in das Gebiet, nahe der Autobahnauffahrt, ist „Parken und Mitnehmen“ für Pendler vorgesehen. Das Landschaftsbauunternehmen rutscht etwas nach hinten und hätte dann den bislang vermissten Platz zur Ausdehnung.
Allerdings gilt es zuvor noch einige Hürden zu nehmen. Zum einen wird ein Teil der Fläche in naher Zukunft zur Lagerung von Aushub benötigt. Bekanntlich soll hier ein Seitenangriffsstollen für die Bauarbeiten an der neuen ICE-Trasse starten. „Der Bebauungsplan setzt im Grunde Maßstäbe für die Nutzung nach dem Bauprojekt“, machte Pohl klar. Nach Auskunft von Bürgermeister Günter Riemer kann die Fläche für die Grünmüllsammelstelle jedoch unabhängig davon eingerichtet werden. Allerdings drängte Eva Frohnmeyer-Carey von der Frauenliste vergeblich auf einen Termin für die Eröffnung des neuen Recyclinghofs. Sie berief sich darauf, dass das Paradiesle schon in diesem Herbst auf eine Verlagerung hofft. Riemer wies aber darauf hin, dass zunächst mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises verhandelt werden müsse, ehe ein Zeitplan erstellt werden könne. Hierbei soll auch geklärt werden, inwieweit Räume des Kompostwerks für den Recyclinghof mitgenutzt werden können. Außerdem müssen sich Stadt und Kreis über die Kosten für die Einrichtung der neuen Sammelstelle und die Auflösung der alten unterhalten.
Last not least wurden ausgerechnet bei den Böschungen auf dem Monkey Cross-Gelände und am Rande des Lagerplatzes zahlreiche Zauneidechsen gesichtet. Für diese streng geschützten Tiere muss erst neuer Lebensraum geschaffen werden. Langfristig sollen auch die Monkey Cross-Fahrer eine neue Strecke bekommen. Günter Riemer teilte mit, dass demnächst ein Gespräch mit Verwaltung und Vertretern des Rad- und Kraftfahrvereins geführt wird. Erübrigt hat sich dagegen das Ansinnen des Tierschutzvereins, der in diesem Areal ein Tierheim errichten werde. Nachdem sich der Verein weiterhin auf die Betreuung von Katzen konzentrieren wird, kann er am bisherigen Standort beim städtischen Bauhof bleiben.
Insgesamt gab es rundum Zustimmung für die geplante Nutzung des Grünstreifens zwischen Kompostwerk und Autobahn. Grundsätzliche Bedenken haben allerdings weiterhin die Grünen, die Kirchheim nicht in südlicher Richtung über die Autobahn hinaus wachsen lassen wollen. Karl-Heinz Schöllkopf plädierte dafür, eine mögliche Bebauung gering zu halten und außerdem in Richtung Lindorf nicht über die bestehende Hecke hinauszugehen. Dass diese Hecke die natürliche Grenze zum bebauten Gebiet darstellen möge, hoffen auch die Lindorfer. Ortsvorsteher Stefan Würtele gab zu bedenken, dass es von dort nur noch wenige hundert Meter bis zu den Lindorfer Häusern seien.
„Es ist richtig, den Bereich zwischen Autobahn und Kompostwerk einer geordneten Bebauung zuzuführen“, befürwortete Mathias Waggershauser die Planung im Namen der CDU. Er regte an, den Park and Ride-Platz größer anzulegen. Schließlich habe sich am Platz Kirchheim-Ost an der Autobahnmeisterei gezeigt, dass solche Plätze angenommen werden. Robert Poremba, der dem Aussschuss als sachkundiger Einwohner in Naturschutzbelangen beiwohnt, sprach sich als einziger im Rund ganz und gar gegen den Pendlerplatz aus. Derartige Parkplätze zögen letztlich sogar Verkehr an, anstatt zu einer Entlastung zu führen. Eine weitere Versiegelung der Fläche, wenn auch nur durch Schotter, sei daher völlig überflüssig.
Das Gremium fasste den Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan Untere Rabailen einstimmig.
