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Abkochen ist nicht mehr nötig

Entwarnung Trinkwasser in der Bohnau und im Rauner kann wieder genutzt werden. Chlor wird vorerst weiter zugesetzt.

Kirchheim. Die Stadt Kirchheim hat nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt das Abkochgebot für Trinkwasser aufgehoben. Seit dem gestrigen Freitag, 14 Uhr, können die Bewohner der Bohnau, des Rauners sowie der umliegenden Stadtteile, die zum betroffenen Trinkwassernetz gehören, ihr Leitungswasser wieder bedenkenlos nutzen. Es sind keine Verunreinigungen mehr zu befürchten.

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In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es: „Alle bislang vorliegenden Laboranalysen deuten darauf hin, dass sich der versehentliche Anschluss einer Abwasserleitung an eine Trinkwasserleitung auf einer Großbaustelle nur auf das Brauchwasser im Bereich der Baustelle, glücklicherweise aber nicht auf das Trinkwasser-Ortsnetz von Kirchheim ausgewirkt hat.“ Bei drei mikrobiologischen Parametern, durch die eine Verunreinigung mit Fäkalien festgestellt werden kann, seien die Grenzwerte nach der Trinkwasserverordnung an mehreren Messstellen sicher eingehalten. Die Kontrollmessungen der Stadtwerke belegten außerdem, dass das vorsorglich zur Desinfektion der Leitungen eingesetzte chlorierte Wasser zwischenzeitlich in allen Bereichen des betroffenen Ortsnetzes angekommen ist.

Diese vorsorgliche Chlorung wird wohl noch bis heute Mittag fortgesetzt - so lange, bis alle mikrobiologischen Ergebnisse vorliegen. Erst wenn alle Proben einwandfrei sind, werde auch das Chloren wieder eingestellt, sagte Martin Zimmert, der Geschäftsführer der Kirchheimer Stadtwerke, gestern Nachmittag im Gespräch mit dem Teckboten, in dem er die Entwarnung verkündete.

„Wir sind sehr erleichtert“

Deutlich war ihm dabei anzusehen, was er unmittelbar hinzufügte: „Wir sind sehr erleichtert. Ich freue mich, dass da nichts Schlimmes passiert ist.“ Das Vorgehen der Stadtwerke, das von Anfang an eng mit dem Gesundheitsamt abgesprochen war, sieht er auf jeden Fall als gerechtfertigt an: „Wasser ist ein Lebensmittel, und deswegen ist grundsätzlich die höchste Vorsicht geboten.“

Selbst wenn jetzt im Nachhinein nichts passiert sei, müsse man die Entscheidung, die Einwohner zum Abkochen aufzufordern, immer vom jeweiligen Zeitpunkt her betrachten: „In dem Moment, in dem die kleinste Gefahr besteht, dass Wasser verunreinigt sein könnte, müssen wir informieren, und zwar transparent, ehrlich und sachlich. Da können wir nicht nur halb informieren - und gar nicht informieren, das geht erst recht nicht.“ 1 200 Haushalte waren aufgerufen, von Mittwoch bis Freitag Trinkwasser abzukochen. Martin Zimmert empfiehlt allen, ihre Leitungen jetzt zur Vorsorge kräftig durchzuspülen.Andreas Volz