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Acker statt Beton

Zum Artikel „Auf den Feldern sollen Häuser wachsen“ vom 8.  Februar

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Im Jahre 2017 wurden in Baden-Württemberg jeden Tag 7,9 Hektar betoniert. So kann und muss es nicht weitergehen. Wie Wohnraum geschaffen werden kann, ohne kostbare Ackerfläche zu vergeuden, können wir uns an Beispielen in Österreich, in der Schweiz und vielen anderen Ländern ansehen. Auf dem Neujahrsempfang der Linken in Kirchheim hat Andreas Hofer, der Intendant der internationalen Bauausstellung (IBA27) in Stuttgart, gezeigt, wie modernes Wohnen aussehen kann. Das Einfamilienhaus in der herkömmlichen Form ist nach seiner Meinung ein Auslaufmodell.

Modernes Bauen passt den Wohnraum den individuellen Bedürfnissen, den verschiedenen Lebensphasen und Lebensentwürfen an. Da wohnt die Familie neben dem Single, und das Rentnerehepaar ist in der gemeinsamen Wohnanlage integriert. Wir benötigen bezahlbares Wohnen, das eine gute Durchmischung aller Schichten ermöglicht und die soziale Gemeinschaft fördert. Warum wird in Kirchheim nicht die IBA27 genutzt, um wirklich neue, zukunftsweisende Lösungen zu realisieren?

1908 waren noch 66 Prozent der Kirchheimer Fläche Äcker und Wiesen. 2005 waren es nur noch 30 Prozent. Können wir es uns wirklich leisten, dass in Kirchheim immer noch 500 Wohnungen leer stehen und Baulücken nicht bebaut werden? Können wir es gegenüber den vielen Wohnungsuchenden verantworten, dass große Luxuswohnungen errichtet werden und vollkommen am Bedarf der „normalen“ Bevölkerung vorbei gebaut wird? Wie wollen wir den kommenden Generationen erklären, dass wir den kostbareren Ackerboden zubetoniert haben?

Heinrich Brinker, Kirchheim