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Adieu, ihr Bienen

Zum Bienen-Volksbegehren

Die Landesregierung prescht jetzt mit einem Alternativvorschlag vor, um die harten Fronten zwischen Bürgern und Landwirten aufzulockern. Aber geht es hier um den Kampf der Bürger gegen die Bauern?

Nein, es geht um den Kampf der Bürger gegen die Lobby der Agrarkonzerne und des Deutschen Bauernverbandes. Keinem anderen Wirtschaftsverband in Deutschland wird so großer, so unmittelbarer Einfluss auf die Politik zugeschrieben. Beim Ringen um Regeln für die Agrarprodukte handelt es sich um ein Milliardengeschäft.

Ein Beitrag der Süddeutschen Zeitung vom September 2017 berichtet, wie auffällig viele CDU/CSU-Abgeordnete aus dem Agrarausschuss des Bundestages Posten in Agrarfirmen und Finanzkonzernen besetzen. Es ist ein Geflecht aus Politikern, Agrarkonzern-Managern, Banken und Verbandsfunktionären, das in Brüssel und Berlin maßgeblich mitbestimmt, wie Landwirte arbeiten und was bei uns, den Verbrauchern, auf dem Teller landet. Sie sind mitverantwortlich, für den immer noch gesetzlich erlaubten Umgang mit zu viel Pestiziden und deren Auswirkungen.

Zahlreiche Umfragen unter Verbrauchern sowie auch mit dem Bauernverband unzufriedenen Bauern beweisen, sie würden den geforderten Wandel in eine grünere Landwirtschaft unterstützen. Mehr deutsche Bioprodukte würden den Markt auch attraktiver machen für Verbraucher etwa, die nicht über so hohe finanzielle Mittel verfügen.

Aber mehr Bioprodukte würde natürlich auch bedeuten: weniger Verdienstmöglichkeiten, ob legal oder illegal, für die Spitzenverbände der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Sie drängen nun vermehrt auf Anbau gentechnisch erzeugter Pflanzen. Sie müssen ja jetzt schnell reagieren, in diesem neu geschaffenen Agrarpoker der Milliarden.

Adieu, ihr Bienen. Wir haben es versucht.

Cornelia Huber, Lenningen

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