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Ärzte: Impfzentren sollen bleiben

Corona Impfzentren und Impfbusse sind eine wichtige Entlastung der Praxen, sagt der Vorstand der Ärzteschaft Nürtingen.

Kreis Esslingen. Der Vorstand der Ärzteschaft Nürtingen kritisiert die Entscheidung des Sozialminis­teriums, die letzten 45 Impfzentren im Land Ende September zu schließen. Dieser Beschluss sei allein von der Landesregierung getroffen worden. Die Ärzteschaften hätten darauf keinerlei Einfluss. „Die Ärztinnen und Ärzte im Landkreis Esslingen unterstützen alle Maßnahmen, die die Impfkampagne gegen Covid-19 weiter voranbringen. Ein Betrieb der Impfzentren über den 30. September hinaus würde eine spürbare Entlastung für die Hausarztpraxen bedeuten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vorstands der Kreisärzteschaft, in der Ärztinnen und Ärzte in Kirchheim und Umgebung organisiert sind. Niederschwellige Angebote für Menschen, die von den Praxen schwer zu erreichen seien, wie zum Beispiel der Impfbus, seien hilfreich und sollten erhalten werden. Alle Ärztinnen und Ärzte kämen ihrer Verantwortung für die medizinische Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten nach, dazu gehöre auch der Impfschutz.

Der Vorstand der Ärzteschaft Nürtingen nimmt in seiner Pressemitteilung auch Bezug auf Äußerungen zur sogenannten Auffrischimpfung. Er weist die Behauptung des Ärztlichen Leiters des Esslinger Impfzentrums Markus Müller zurück, der unter anderem im Teckboten mit der Aussage zitiert worden war, die Kreis-ärzteschaften warnten vor einer Auffrischimpfung gegen Covid-19. Hintergrund ist, dass die Ständige Impfkommission die dritte Covid-Impfung bislang nicht empfiehlt. Müller hatte außerdem gesagt, die Kreisimpfzentren seien vom Sozialministerium ausdrücklich dazu angehalten worden, Dritt­impfungen bei älteren Menschen durchzuführen. „Die Kreisärzteschaft warnt nicht vor einer Auffrischimpfung. Die Kolleginnen und Kollegen wurden auf die aktuelle wissenschaftliche Datenlage wie unter anderem die Empfehlung der Ständigen Impfkommission oder die arzneimittelrechtliche Zulassung hingewiesen. Dies geschieht im Rahmen des Auftrags der Ärzteschaften, an der Fortbildung ihrer Mitglieder aktiv mitzuwirken“, schreibt die Kreisärzteschaft Nürtingen. Die Durchführung jeder Impfung erfolge grundsätzlich durch individuelle Therapieentscheidungen behandelnder Ärztinnen und Ärzte auf Grundlage wissenschaftlicher Daten.

Die Ärzteschaften Esslingen und Nürtingen schätzten die offene, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit aller an der Eindämmung und Behandlung von Covid-19 Beteiligten. Die entstandenen Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen leisteten einen sehr wichtigen Beitrag.Antje Dörr

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