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AfD hat sich selbst entlarvt

Zu den Aussagen von Christian Lüth von der AfD

So skandalös die Aussagen von Herrn Lüth sind, so muss man doch fast dankbar sein, dass er klar aussprach: Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD. Möglicherweise gar nicht so falsch und das erklärte Ziel der AfD zum Beispiel in Coronazeiten. Sie protestieren vehement gegen die Einschränkungen und Maskenpflicht, wohl wissend, dass ohne Einhaltung dieser es zu stetig steigenden Infektionszahlen, weiteren Einschränkungen und durch die damit entstehenden finanziellen Folgen zunehmender Frust in der Bevölkerung zu erwarten ist, eben gut für die AfD.

Sie pochen auf Freiheitsrechte, obwohl sie zunehmend die Freiheitsrechte Andersdenkender durch Wort, Schrift und mit der Faust verletzen. Die Auftritte zum Beispiel von Frau Weidel im Bundestag tun ihr Übriges. Das soll wirklich eine Alternative für Deutschland sein?

In der AfD hat in den letzten Jahren ein deutlicher Rechtsruck stattgefunden, der sich jetzt immer unverhohlener artikuliert. Gemäßigte Politiker wurden aus Ämtern gedrängt oder haben sich losgesagt. Antisemitische Ausfälle und Schüren von Fremdenhass nehmen zu. Trotz dieser Umbrüche werden Mitglieder, die der AfD ideologisch nahe stehen, sie weiterhin wählen. So wie die Evangelikalen bei Trump, dem erklärten neuen Messias. Er hat das selbst geglaubt und als Test keine Maske getragen.

Diejenigen Wähler der AfD jedoch, die in den letzten Jahren aus Frust oder als Denkzettel ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben, sollten sich jetzt zweimal überlegen, ob es nicht unproblematischere Parteien gibt. Die Ausrede, sie hätten nichts gewusst, gilt nach den Aussagen von Herrn Hüth nicht mehr.

Dr. Hartmut Endriß, Weilheim

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