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Aichtal: Schmidt wirft das Handtuch

Wahl Bürgermeisterkandidatin zieht ihre Kandidatur überraschend zurück und spricht sich für Sebastian Kurz aus.

Aichtal. „Jetzt erst recht“ - so kämpferisch hatte sich Bettina Schmidt am Sonntagabend noch gegeben, wenige Stunden nachdem klar war, dass sie bei der Bürgermeisterwahl in Aichtal deutlich hinter ihren Mitbewerbern Lorenz Kruß (36,9 Prozent; 1653 Stimmen) und Sebastian Kurz (36,5 Prozent, 1637 Stimmen) auf dem dritten Platz gelandet war. Die 1174 Stimmen (26,2 Prozent) für Schmidt gaben nur wenig Hoffnung auf einen Sieg im zweiten Wahlgang. Dennoch war die Wunschkandidatin vieler Aichtaler Gemeinderäte

„Die Unterstützung vom Gemeinderat ist nicht gut angekommen.

Bettina Schmidt

Bürgermeisterkandidatin in Aichtal

noch am Montag fest entschlossen, ihren Hut nochmals in den Ring zu werfen. Nun die Kehrtwende: „Nach einer Besprechung mit den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats habe ich mich entschieden, meine Bewerbung zurückzuziehen“, so Schmidt. „Wir mussten feststellen, dass die Unterstützung meiner Kandidatur durch den Gemeinderat bei den Aichtalern nicht gut angekommen ist“, sagt Schmidt.

Um das Ruder noch herumzureißen, hätte es ohnehin nur eine Möglichkeit gegeben: „Das wäre nur schmutzig gegangen“, sagt Schmidt. Solcher Mittel hätten sich auch ihre Konkurrenten bedient, kritisiert die Reutlingerin. „Aber es jemanden mit gleicher Münze heimzuzahlen, ist nicht meine Art. So bin ich nicht.“

Der Wahlausgang habe aber gezeigt, dass die Aichtaler eine Veränderung wollen, „aber eben nicht die ganz große Veränderung. Hinter dem überraschenden Rückzug der Kandidatur dürfte aber auch ein strategischer Schachzug des Gemeinderats stecken. Darauf lässt zumindest die Wahlempfehlung schließen, die Bettina Schmidt nun ausspricht: „Ich hoffe, dass meine Stimmen Herrn Kurz zugutekommen.“

Sollten einige Wähler dieser Empfehlung folgen, könnte das am Ende tatsächlich wahlentscheidend sein. Denn anders als beim ersten Wahldurchgang, benötigt ein Kandidat bei der Stichwahl nur die einfache Mehrheit der Stimmen, um zum Bürgermeister gewählt zu werden.

Amtsinhaber Lorenz Kruß hatte am Sonntag nur einen hauchdünnen Vorsprung von 16 Stimmen vor Kurz. Die benötigte absolute Mehrheit verfehlte er deutlich. Alles deutet auf ein knappes Rennen zwischen Kruß und Kurz hin.Matthäus Klemke

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