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Ausbildung für Eisenbahner/-innen im Betriebsdienst modernisiert

Lokführer und Lokführerinnen sowie Fahrdienstleiter und Fahrdienstleiterinnen werden dringend gesucht. Foto: Jörg Bächle

BIBB. Bislang gab es im Bereich der eisenbahntechnischen Verkehrsberufe eine duale Ausbildung zum/zur „Eisenbahner/-in im Betriebsdienst“ mit den beiden Fach­richtungen „Lokführer und Transport“ sowie „Fahrweg“. Ab dem 1. August 2022 werden die beiden Fachrichtungen nunmehr in eigenständige duale Ausbildungs­berufe überführt. Angehende „Eisenbahner/-innen im Betriebsdienst Lokführer/-innen und Transport“ werden künftig im schienengebundenen Personen- und Güterverkehr als Triebfahrzeug- und Lokrangierführende eingesetzt. Angehende „Eisenbahner/-innen in der Zugverkehrssteuerung“ werden den Bahnverkehr von zentralen oder dezentralen Stellwerken und Betriebszentralen aus leiten.

Die beiden neuen Ausbildungsordnungen wurden vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien, den Sozialpartnern sowie Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis im Auftrag der Bundesregierung erarbeitet.

Mit der Aufteilung in zwei eigenständige duale Ausbildungsberufe wird den aktuellen Entwicklungen im Bereich der Eisenbahn Rechnung getragen. In der ersten Hälfte der Ausbildung liegt der Schwerpunkt in der Vermittlung grundlegenden Wissens zum jeweiligen Regelbetrieb. So erwerben angehende Lokführerinnen und Lokführer insbesondere Kompetenzen für das Rangieren und die Zugvorbereitung; angehende Fahrdienstleiterinnen und Fahrdienstleiter erwerben insbesondere Kompetenzen für das Bedienen von Stellwerkseinrich­tungen und das sichere Leiten des Fahrdienstes bei Regelbetrieb. Die Vermittlung gemeinsamer Inhalte steht im Mittelpunkt des ersten Ausbildungsjahres. Daher werden die Auszubildenden im ersten Jahr in der Berufsschule auch gemeinsam beschult. Und auch der erste Teil der Gestreckten Abschlussprüfung bezieht sich auf das Gesamtsystem Eisenbahn, um die Bedeutung der Gemeinsamkeiten zu betonen.

Die zweite Ausbildungshälfte steht dann ganz im Zeichen sicherheitsrelevanter Fragen im jeweiligen Eisenbahnbetrieb bei Abweichungen und Störungen. Die Abschlussprüfungen wurden zudem zeitgemäßer und praktikabler gestaltet. Da, wo möglich und sinnvoll, können sie auch in einer Simulation stattfinden.

Im Jahr 2021 wurden knapp 1.500 neue Ausbildungsverträge zum/zur Eisenbahner/-in im Betriebsdienst abgeschlossen. Die Übernahmechancen nach der Ausbildung sind sehr gut, denn Lokführer und Lokführerinnen sowie Fahrdienstleiter und Fahrdienstleiterinnen werden dringend gesucht. Die Ausbildungen eröffnen zudem branchenspezifische berufliche Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten – zum Beispiel zum/zur Geprüften Meister/-in Bahnverkehr oder zum/zur Fachwirt/-in für den Bahnbetrieb. Sie sind darüber hinaus auch zu Studiengängen des Verkehrsingenieur­wesens anschlussfähig.

Die jetzt modernisierten Ausbildungsordnungen für den betrieblichen Teil sowie die darauf abgestimmten Rahmenlehrpläne für den schulischen Teil der Ausbildung lösen die bestehende Ausbildungsregelung aus dem Jahr 2004 ab.

Weitere Informationen unter www.bibb.de/neue-berufe

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