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Allrounder und Spezialist zugleich

Klinikum An der Medius-Klinik in Nürtingen ist der Chefarzt für Innere Medizin, Dr. Ulrich Römmele, in den Ruhestand verabschiedet worden. Seine Nachfolgerin ist Dr. Tanja Kühbacher. Von Uwe Gottwald

Dr. Tanja Kühbacher tritt in die Fußstapfen von Dr. Ulrich Römmele (rechts).Foto: Jürgen Holzwarth
Dr. Tanja Kühbacher tritt in die Fußstapfen von Dr. Ulrich Römmele (rechts).Foto: Jürgen Holzwarth

Er gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Darmkrankheiten. Jetzt ist Dr. Ulrich Römmele, Chefarzt für Innere Medizin an der Medius-Klinik in Nürtingen, in den Ruhestand verabschiedet worden. „Mit Ihrem Ausscheiden geht eine Ära zu Ende. Sie hinterlassen große Fußspuren“, würdigte Landrat Heinz Eininger, Aufsichtsratsvorsitzender der Medius-Kliniken des Landkreises Esslingen, das Wirken des Mediziners.

Vor 21 Jahren hatte Dr. Ulrich Römmele als Chefarzt im Nürtinger Krankenhaus begonnen und seine Abteilung stetig weiter-entwickelt. Neben der allgemeinen Inneren Medizin zählen heute Gastroenterologie, Hepatologie, Endoskopie, Diabetologie, Pneumologie, Onkologie und Palliativmedizin zu den Schwerpunkten. „Ihre breite und gleichzeitig tiefe Fachkompetenz ist bemerkenswert“, lobte Eininger. Insbesondere auch im Bereich Onkologie mit dem zertifizierten Darmkrebszentrum habe sich die Klinik unter Römmeles Leitung gemeinsam mit der Viszeralchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Kraft hohes Ansehen erworben. Auch habe er das zertifizierte Diabeteszentrum mit aufgebaut.

Der Landrat bezeichnete Römmele medizinisch gesehen als einen Allrounder und als Spezialist für Darm- und für Gefäßerkrankungen. Auch beherrsche er das gesamte Spektrum der Endoskopie. Dazu zählen alle technischen Möglichkeiten, direkte Einblicke und Zugriffe auf innere Organe ebenso wie auf Weichteile zu bekommen.

Der Chefarzt, so Eininger, habe seine umfangreichen Kenntnisse auch weitergegeben - sei es an seine Oberärzte, bei der Ausbildung zahlreicher Fachärzte oder bei Patientenveranstaltungen. Das Patientenwohl habe Römmele immer in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt.

Dem pflichtete Thomas Kräh als Geschäftsführer der Medius-Kliniken bei. Die Medius-Kliniken seien seit Jahren als eine der wenigen kommunalen Klinikgesellschaften auf Erfolgskurs. Immer mehr Patienten schenkten der Kompetenz und dem Engagement des Personals Vertrauen. Dafür sei Ulrich Römmele stets das beste Beispiel gewesen.

Das bestätigte Professor Dr. Klaus Bichler als ehemaliger Patient des Mediziners: „Er hatte stets eine ganzheitliche und am Patienten orientierte Sicht.“ Zugleich nannte Dr. Bichler den Chefarzt „ein Käpsele“- das höchste schwäbische Lob. Mit seinen Kenntnissen ebenso wie mit seiner Menschlichkeit habe er vielen Patienten geholfen.

„Man soll vor allem Mensch sein und dann erst Arzt.“ Mit diesem Zitat des Philosophen Voltaire fasste der Ärztliche Klinik-Direktor Dr. Uwe Mauz das Lob seines Vorredners zusammen. Als einstiger Ärztlicher Direktor sei Römmele viele Jahre lang das Sprachrohr der Belegschaft gewesen, bei der er hohes Ansehen und Beliebtheit genossen habe. Seine stets besonnene und gleichzeitig zupackende Art habe er auch in stressigen Situationen nie verloren. Zu seiner fachlichen Kompetenz sei ein unglaublicher Fleiß gekommen.

Nachfolgerin von Dr. Ulrich Römmele wird die Professorin Dr. Tanja Kühbacher. Sie war bisher Chefärztin für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie am Asklepius West-Krankenhaus in Hamburg. Der Universitätsprofessorin an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, wo sie am Institut für Molekularbiologie auch auf ihrem Fachgebiet geforscht hat, eilt ein hervorragender Ruf als Darmspezialistin voraus, vornehmlich auf dem Gebiet der entzündlichen Darmerkrankungen.

Dr. Römmele schließlich blickte auf 40 Jahre Berufstätigkeit zurück und ging auf Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, aber auch den Wandel in seinem Berufsstand ein. Früher seien Arbeitszeiten noch länger gewesen. „Das war nicht gut“. Jedoch habe es mehr Zeit für Patientenkontakte und eine hohe Solidarität unter Kollegen gegeben. „Das war gut“. Fest stehe jedoch: Zu jeder Zeit sei ihm sein Beruf Berufung gewesen.

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