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Andere Länder, andere Sitten - auch in der Medizin

Die Telemedizin gibt es bereits in anderen Ländern, etwa in der Schweiz. Jetzt hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landes hat beschlossen, den Modellversuch „Docdirekt“ in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen zu starten. Das Pilotprojekt, das sich an Kassenpatienten richtet, läuft seit 16. April. Medizinische Fachangestellte der KV nehmen die Daten und das Beschwerdebild der Patienten aus den Testgebieten auf, die sich per App, Videotelefonie oder Telefonanruf melden können. Sie veranlassen den Rückruf von einem Telearzt. „Der Vorteil: Man kann schnell etwas abklären und eine erste Einschätzung am Telefon erhalten, wenn man seinen Arzt nicht erreicht oder nicht im Wartezimmer sitzen will“, erklärt KV-Sprecherin Swantje Middeldorff. Das Angebot richte sich sicherlich nicht an chronisch Kranke, aber bei leichteren Fällen sei es hilfreich. So könnten auch die Notfallambulanzen entlastet werden. Diese seien oft mit Patienten überfüllt, die dort nicht hingehörten.

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Grundsätzlich positiv steht der CDU-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitspolitiker Michael Hennrich dem Projekt gegenüber. Die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum stehe vor neuen Herausforderungen, denn die Ärzte ziehe es eher in die Ballungszentren. Außerdem schreite die Digitalisierung auch im Gesundheitswesen voran, und dies wolle man nicht nur den amerikanischen Großkonzernen überlassen. „Die Ärzte wollen die Digitalisierung selber mitgestalten.“

Manche Dinge kann man über die Teleärzte sinnvoll abklären. Das persönliche Vorstellen beim Arzt ist aber nach wie vor wichtig. „Es handelt sich um einen Modellversuch: Man will sehen, ob Telemedizin eine sinnvolle Ergänzung darstellen kann.“ Die Erfahrungen aus der Schweiz seien positiv. „Ich finde es gut, wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen“, betont Hennrich. Auch deshalb habe die Ärzteschaft im Land die Initiative gestartet. „Das ist auch im Sinne einer guten Patientenversorgung.“ hei