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Andere Regelung für Kfz-Steuer

Zum Artikel „Die Kfz-Steuer wird für viele Neuzulassungen teurer“ vom 29. August

Dass der praxisfremde NEFZ-Test durch den praxisnäheren WLTP-Test ersetzt wird, ist für den Verbraucher hinsichtlich der Vergleichbarkeit von Fahrzeugen im Sinne Kraftstoffverbrauch und Abgasemissionen zu begrüßen. Bei dem heutigen Modell der Kraftfahrzeugsteuerberechnung kommt es damit zwangsläufig zu einer Kostensteigerung.

Was in diesem Zusammenhang die ideologische Luftblase von Oliver Krischer „Es bräuchte eine Kfz-Steuer, die schwere Spritschlucker viel stärker belastet“ soll, bleibt mir verborgen. Erstens gibt es auch „leichte“ Spritschlucker, zum Beispeil hoch motorisierte Sportwagen, und zweitens gibt es offenbar einen Bedarf für die angeprangerten Fahrzeuge.

Es gilt vielmehr, das System der heutigen Kraftfahrzeugsteuer abzuschaffen. Was soll eine pauschale Erhebung ohne Berücksichtigung von Fahrleistungen? Wenn die Kfz-Steuer auf den Kraftstoffpreis umgelegt würde, wäre eine faire Besteuerung erreicht. Viel Kraftstoffverbrauch gleich hohe Besteuerung. Egal ob mit einem „Spritschlucker“ bei 5 000 Kilometern im Jahr oder einem Kleinwagen bei 15 000 Kilometern Jahresfahrleistung.

Dann wäre es zwar vermutlich eine Mineralöl-Steuer, und das ist dann das eigentliche Problem - Kfz-Steuer und Mineralöl-Steuer landen in unterschiedlichen Kassen. Da wäre die Politik gefordert, statt auf den Verbraucher einzuschlagen. Bei einer Umlage auf den Kraftstoffpreis könnten ganz nebenbei erhebliche Kosten beim Zoll eingespart werden, der ja - nicht ganz nachvollziehbar - für die Erhebung der Kfz-Steuer zuständig ist.

Bodo Lorenz, Schlierbach

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