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Anfang vom Ende des Mauerblümchendaseins?

Fußball Die zusammengewürfelte Mannschaft des FC Esslingen verfolgt in der Kreisliga B große Ambitionen.

Einer von drei Weilheimern beim FCE: Roberto Forzano. Foto: Genio Silviani
Einer von drei Weilheimern beim FCE: Roberto Forzano. Foto: Genio Silviani

Esslingen. Wenn es nach dem Willen der Verantwortlichen geht, soll am Sonntag kommender Woche eine neue Ära im lokalen Amateurfußball beginnen: Der FC Esslingen bestreitet am 19. August sein erstes Punktspiel - der 2011 als Talentförderverein für die Jugend gegründete FCE geht mit einem Männerteam erstmals in der Kreisliga B, Staffel 1 an den Start.

Der Verein hat große Ambitionen, der Einstieg in die unterste Liga soll der Beginn einer Erfolgsgeschichte sein. Der direkte Aufstieg in die Kreisliga A ist quasi ein Muss. Dementsprechend wurde der Kader zusammengestellt. Mit Georgios Natsis, Roberto Forzano und Tasso Ketseminidis haben sich auch drei Landesligakicker des TSV Weilheim dem FCE angeschlossen. In zehn Jahren - so die Zielsetzung - will der Klub in der Oberliga spielen.

Der Esslinger Trainer Mario Palomba will die zusammengewürfelte Mannschaft des FCE zu einer Einheit formen. Die Kunst in dieser Saison wird seiner Meinung nach sein, „die Spannung hochzuhalten und jedes Spiel wie ein Endspiel anzugehen“.

Auftakt gegen den Nachbarn

Pikant: Gleich das erste Spiel am übernächsten Sonntag bestreitet der FCE gegen den Stadtrivalen SV 1845 - beide Vereine sind auf dem Sportgelände in Weil beheimatet. Wobei die Sportvereinigung in der kommenden Runde ihre Spiele auf dem ehemaligen Gelände des VfL Post austragen wird.

Ausgerechnet der ambitionierte Nachbar FCE könnte dem Absteiger den direkten Wiederaufstieg vermasseln. Doch die SV 1845 hat ohnehin andere Ziele. „Wir planen einen Neuaufbau, wollen auf junge Spieler setzen und ohne Druck Spaß am Fußball haben“, sagt Abteilungsleiter Wolfgang Walter. Der FCE ist seiner Auffassung nach klarer Favorit und wird „mit Argusaugen beobachtet werden“. Alles andere als der Aufstieg des Neulings wäre für Walter eine Überraschung. „Wir stehen als Gründungsmitglied hinter dem FCE und werden ihn unterstützen“, sagt der Abteilungsleiter und hat die Hoffnung, dass in Esslingen mittelfristig wieder höherklassiger Fußball gespielt wird. Sportlich hat Walter keine Bange vor dem FCE: „Wir werden zeigen, dass wir auch Fußball spielen können und werden mit fairen Mitteln dagegenhalten.“

Die Option, gegen den FCE nicht anzutreten und am grünen Tisch mit einer 0:3-Niederlage davonzukommen, statt möglicherweise eine höhere auf dem Rasen zu kassieren, kommt für Walter nicht in Frage.Hanns Kern

Seit Wäldenbronner Oberligazeiten darbt Esslingen

Mit dem FCE verbindet sich die Hoffnung, dass der Esslinger Fußball sein Mauerblümchendasein beendet und an eine ruhmreiche Vergangenheit anknüpft.

Vor 50 Jahren spielten die TSF Esslingen im Eberhard-Bauer-Stadion in der 1. Amateurliga und wären 1968 um ein Haar in die Regionalliga aufgestiegen.

In den 90ern schaffte der TSV Wäldenbronn den Sprung in die Oberliga, wo er Gegner des VfL Kirchheim war, verschwand aber kurze Zeit später in der Versenkung. Seither schaffte hin und wieder ein Esslinger Verein den Sprung in die Landesliga, hielt sich dort allerdings nicht lange.

Nur der TSV RSK hält diese Saison die Esslinger Fahnen in der Bezirksliga hoch, der Rest kickt in der Kreisliga A oder Kreisliga B.hak

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