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Animant Crumbs Staubchronik - selbst ist die Frau

Foto: Elise Czaja
Foto: Elise Czaja

Im späten 19. Jahrhundert war das noch lange nicht gang und gäbe, dass Frauen arbeiten. Manchen passte es gerade so in den Kram, anderen eher nicht. Mit Ach und Krach kann sich Lin Rinas Protagonist Animant Crumb den traditionellen Wünschen ihrer Mutter fügen. Kleider, Bälle, eine möglichst lukrative Heirat. Das ist das Leben, aus dem Animant unbedingt flüchten möchte. Wenn sie nur könnte, würde sie für immer in ihrem Sessel auf dem Dachboden sitzen und lesen. Doch dieses ruhige Leben ist ihr nicht vergönnt. In „Animant Crumbs Staubchronik“ traut sich dieser schüchterne Bücherwurm hinaus ins Londoner Arbeitsleben. Was für sie in Büchern so einfach gewirkt hat, hält sie nun ganz schön auf Trab. Abseits von den staubigen Seiten ihrer Bücher und dem behutsamen Schoß ihrer Familie ist das Leben überraschend schwierig. Nur durch ihre Sturheit und Verbissenheit kann sie sich in der großen und gruseligen Stadt über Wasser halten, denn wer hat schon mal eine arbeitende Frau gesehen? Sie ist kompetenter, als ihr Boss Mr. Reed ihr zugetraut hätte, was nicht bedeutet, dass er ihre Arbeit schätzt. Auch wenn die beiden so manchen gemeinsamen Moment haben, wird sie aus ihm nicht schlau. Trotz dessen hilft sie kompetent den Studenten, die nach Büchern suchen, und verleiht unerlaubterweise auch an eine Frau - ein No-Go an der ausschließlich von Männern besuchten Bibliothek. In dieser Geschichte versucht Animant alles, um sich als Frau zu behaupten und den Weg für diejenigen zu ebnen, die nach ihr kommen werden. Es ist ein langer Weg, das weiß sie, aber gehen wird sie ihn - allen Widrigkeiten zum Trotz.Elise Czaja


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