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Anmaßung gegenüber Eltern

Zum Kommentar „Die Masern-Frage“ vom 15. November

Es ist interessant zu lesen, was für eine Scheinwelt Guido Bohsem in seinem Kommentar kreiert, um dann auf Basis dieser Scheinwelt auf eine abstruse, aber wie er sie nennt, reale Welt zu schließen. Fakt ist, dass die Rate für die Erstimpfung gegen Masern circa 95 Prozent beträgt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Eltern trotz guter Aufklärung über die Gefahren der Masern ihre Kinder nicht impfen lassen, weil ihnen ihre Kinder egal sind, und sie keine Zeit und Lust haben, mit ihren Kindern zum Arzt zu gehen. Diese Eltern - die restlichen fünf Prozent - haben sich intensiv mit der Masernimpfung auseinandergesetzt und kamen nach reiflicher Überlegungen zu dem Ergebnis, ihre Kinder nicht impfen zu lassen. Auch der Verweis, sie würden ihre Kinder nicht impfen lassen, da auch eine Impfung Nebenwirkungen haben kann, ist hanebüchen, da das Risiko an Masern zu erkranken höher ist, als unter den Nebenwirkungen einer Impfung zu leiden. Nein, diese Eltern haben sich nach reiflichem Abwägen von „Für und Wider“ gegen die Masernimpfung entschieden und gehen bewusst das Risiko der Gefahren einer Masernerkrankung ihrer Kinder ein.

Warum regt sich jetzt jemand auf, der gegen die Masern geimpft ist? Ihm kann doch nichts passieren. Er hat eine Entscheidung treffen dürfen, die nun den impfunwilligen Eltern verwehrt wird. Damit noch nicht genug. Gemäß dem Metzgermotto „Darf‘s etwas mehr sein?“ erfolgt nun eine Dreifachimpfung (in der Regel Masern, Mumps, Röteln), weil in Deutschland kein Impfstoff zugelassen ist, der nur gegen Masern wirkt. Impf- unwillige Eltern nun als Trittbrettfahrer zu bezeichnen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern wollen, ist in meinen Augen eine Beleidigung all der Eltern, die sich Gedanken um die Gesundheit und Entwicklung ihrer Kinder machen und sich deswegen bewusst gegen eine Impfung aussprechen.

Sehr geehrter Herr Bohsem und hierfür sollten Sie sich wirklich entschuldigen!

Wolfgang Jahn, Lenningen

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