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Anspruch, Wunsch und Wirklichkeit

Teckvereine in der A2 Die SF Dettingen und der SV Nabern wollen an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen. Für die TG Kirchheim und den TSV Weilheim II zählt hingegen nur der Klassenverbleib. Von Helge Waider

SF Dettingen

„Wir sind sportlich gesehen der große Verlierer der annullierten Spielzeit“, ist sich Nebih Kadrija sicher. Der Dettinger Spielertrainer trauert den guten Partien vor einem Jahr und der Tabellenführung hinterher, die die Sportfreunde zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs innehatten. Zehn Monate später hatten die Dettinger einen Start mit Schwierigkeiten. Mit Benjamin Hubert, Mazen Hodroj, Cevat Kadrija, Xhema Avdijaj und Robert Lukowski verließen nicht weniger als fünf Leistungsträger kurzfristig den Verein oder erklärten, aus familiären Gründen kürzertreten zu wollen. „Unsere Vorbereitung endet frühestens nach dem dritten Spieltag - unabhängig von den eingefahrenen Ergebnissen“, ist sich Nebih Kadrija deshalb sicher. Als großen Pluspunkt sieht der ehemalige Oberligaspieler die sehr familiäre Atmosphäre im Verein („das Team funktioniert auf und neben dem Platz“) und das Zusammenspiel mit der Zweiten Mannschaft: „Mein Co-Trainer Coskun Isci und ich arbeiten mit SFD-II-Trainer Marc Kretschmer Hand in Hand, helfen uns auch öfter gegenseitig im Training aus.“ Dabei plant der 35-jährige Dettinger Coach, seine Einsatzzeiten ebenso zu reduzieren wie die des Co-Trainers Isci (37): „Wir beginnen, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.“ Große Stücke hält Nebih Kadrija auf seine Innenverteidiger Florian Gautsch und Kai Nägele sowie seine Angreifer Robin Spranz, Dennis Dreiseitel und Yannick Frick, die aus einer homogenen, jungen Mannschaft leicht herausragen. Die Prognose für die Runde ist dann auch dementsprechend verhalten optimistisch: „Wir werden wieder eine gute Rolle spielen - ohne aber der erklärte Favorit zu sein.“

SV Nabern

Der letztjährige Furore-Tabellenzweite - aufgrund einer weniger gespielten Partie könnte man auch vom „heimlichen Co-Tabellenführer“ sprechen - setzt auf Kontinuität und seine über Jahre gewachsene und eingespielte Mannschaft. Die Naberner hatten mit dem eingespielten Trainergespann Marcel Geismann und Marco Kunze bis Redaktionsschluss keine Abgänge zu verzeichnen - dafür mit Felix Ruess vom TSV Wendlingen einen vielversprechenden Neuzugang für das defensive Mittelfeld gemeldet. Mit den bisher langzeitverletzten Yannik Raichle und Ismail Kisa kehren weitere Qualität und personelle Alternativen in den Defensivbereich zurück. Zudem meldeten sich Stürmer Max Schrievers und Außenverteidiger Kai Weissinger wieder einsatzbereit. „Die nochmalige Qualitätsauffrischung im Kader tut uns sehr gut“, ist sich Axel Maier sicher. Der Sportliche Leiter der Grün-Weißen ist guter Dinge, dass der SVN an die guten Leistungen der Vorsaison anknüpfen kann - auch wenn die Vorbereitung eher durchwachsen ausfiel. „Wir haben nun endlich die Balance gefunden zwischen unserer fast schon traditionell guten Abwehr und einer - auch dank Ausnahmestürmer Tim Lämmle - neuerdings auch guten Torausbeute“, weiß der altgediente Fußball-Funktionär Maier zu berichten. Im Herbst wird der Sportliche Leiter übrigens seinen schon lange geplanten Abschied aus dem Amt nehmen und sich seinem zweiten großen Hobby, dem Angeln, widmen. Das Selbstvertrauen des Teams trägt Axel Maier aber bis dahin gerne noch nach außen weiter: „Wir wollen wieder vorne dabei sein, denn wir haben nun Gefallen daran gefunden, in diesen Sphären mithalten zu können.“

TG Kirchheim

Wieder alles zurück auf null - hieß es einmal mehr nach der letzten Saison, als die Turngemeinde Kirchheim zum Zeitpunkt der Annullierung mit zwei Punkten aus acht Partien das Tabellenende zierte. „Wir hatten die Saison sehr ordentlich begonnen, sind dann aber verletzungsbedingt - vor allem durch den Ausfall von Stürmer Alper Demirbas - immer weiter zurückgefallen“, erklärt Multi-Funktionär Mehmet „Memo“ Akkoyunco, der auch weiterhin als Trainer agiert, das schlechte Abschneiden seines Teams. Im Frühsommer startete eine weitere personelle Runderneuerung, um schlagkräftig in die Saisonvorbereitung gehen zu können. Sieben Abgängen standen nicht weniger als zehn Neuzugänge entgegen, die vom Trainergespann Akkoyuncu / Israfil Kilic und dem neuen Sportlichen Leiter Efe Niyazi Kustepe rekrutiert wurden. Letzterer brachte aus seinem letzten Klub, dem TV Birenbach gleich eine sehr vielversprechende Familie mit an die Jesinger Allee: die Brüder Enis und Oguzcan Opcin sowie deren Cousin Berkem Opcin. Efe Niyazi Kustepe, der in Personalunion auch als Spielleiter fungiert, soll, so „Memo“ Akkoyuncu, das Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Vorstandschaft darstellen und für die notwendige Disziplin sorgen. Die definiert sich bei der Turngemeinde auch über Trainingsfleiß, Leistung und Zuverlässigkeit - zumal nicht weniger als 24 Akteure im Kader stehen. „Wir müssen anhand dieser Disziplin festlegen, wer spielen darf, wer nur auf der Bank sitzt oder wer gar nicht im Spieltagskader steht“, erklärt „Memo“ Akkoyuncu das System der TG Kirchheim, deren vorrangiges Ziel der Klassenverbleib ist. Akkoyuncu: „Alles Weitere wird sich dann finden.“

TSV Weilheim II

„Klassenverbleib“ steht auch im Pflichtenheft der Weilheimer Bezirksligareserve an erster Stelle. „Wir wollen aber auch deutlich besser abschneiden als in der letzten Saison“, gibt Trainer Robert Walter die weitere Marschrichtung unzweideutig vor. Kein Wunder, denn zum Zeitpunkt der Saisonannullierung im letzten Jahr dümpelte die Weilheimer „Zweite“ mit fünf Pünktchen aus neun Partien auf dem drittletzten Tabellenplatz - auch wenn die Formkurve am Ende nach oben zeigte und das Team in einem gewissen „Flow“ war. Wie bei Reservemannschaften fast schon üblich, musste Coach Walter mit Florian Schlote, Tobias Salzer und Alexander Hölz drei seiner besten Akteure zumindest auf dem Papier in den Bezirksligakader abgeben. Die Lücke füllen - auch das eine übliche Vorgehensweise bei Klubs mit einer guten und leistungsfähigen Jugendarbeit - Akteure aus dem Junioren-A1- und -A2-Team. Wer am Ende wo spielt, wird sich bis noch herauskristallisieren: „Oliver Klingler als Trainer der Bezirksligamannschaft und ich sind im täglichen Austausch miteinander - speziell nach Vorbereitungsspielen, die immer zeitversetzt laufen, damit wir sie beide anschauen können“, erklärt Walter die Weilheimer Fußball-Welt. Zumindest quantitativ kann er in dieser Saison aus dem Vollen schöpfen und sich über Auswahl nicht beklagen. Nicht weniger als 22 Spieler stehen im Kader. Alle Mannschaftsteile scheinen gut besetzt - bis auf den Sturm, wo ein echter „Knipser“ fehlt. Robert Walter: „Vielleicht kann hier Ruben Garcia in die Bresche springen - oder Tobias Salzer - wenn wir ihn aus dem Bezirksligakader bekommen.“

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