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Antike Lovestorys und Kochrezepte

Geschichte Mit einer Frauenzeitschrift soll die alte Römerzeit in Köngen wieder aufleben.

Nach „Petra“ und „Brigitte“ kommt nun die „Flavia“: Sie thematisiert das Leben antiker Frauen und wird in Köngen präsentiert von
Nach „Petra“ und „Brigitte“ kommt nun die „Flavia“: Sie thematisiert das Leben antiker Frauen und wird in Köngen präsentiert von Irme Dietz, Elaine Rauhöft und Carmen Zeis (von links).Foto: Roberto Bulgrin

Köngen. Die freche römische Journalistin Ruba interviewt den „neuen Stern am Küchenhimmel“, Felix Marcellus. Der exzentrische Küchenchef und Schönling schlägt schon mal einen Sklaven mit dem Holzlöffel aufs Hinterteil. Oder er verrät der Reporterin das Lieblingsgerichts seines Patrons Cassius: „Sauzitzen mit Seeigeln“. Das nicht ganz ernst gemeinte Gespräch ist in der neuen Ausgabe der „Flavia“ nachzulesen. Elaine Rauhöft und Irme Dietz aus Waldenbuch haben die 26 Seiten starke Hochglanz-Zeitschrift herausgebracht, um römische Geschichte damit einem breiten Publikum zu vermitteln. Ein Foto vom „römischen Wohnstil“ ist im Köngener Römermuseum entstanden, das ab Ostersonntag wieder offen hat.

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„Die Ausstellung im Museum ist nur ein Aspekt unserer Arbeit“, sagt Carmen Zeis. Die Leiterin des Museums arbeitet mit Römergruppen aus ganz Süddeutschland zusammen, um ein spannendes Jahresprogramm zu bieten. Die Macherinnen der „Flavia“ sind viel unterwegs, um die weibliche Seite der römischen Geschichte zu beleuchten. „In der Historie geht es immer nur um Krieger und um ihre Kämpfe“, bedauert Dietz. Auf humorvolle Weise lenken sie mit der „Flavia“ den Blick auf die weibliche Seite der römischen Kultur.

Liebevoll spielen die Macherinnen der Zeitschrift mit Formaten moderner Frauenzeitschriften im 21. Jahrhundert. Auch ein römisches Kochrezept haben sie abgedruckt: „Hühnchen mit Aprikosen und Oliven“. Mit ihrem Projekt sind die zwei Frauen bei Veranstaltungen zur Römerzeit sehr erfolgreich. Bei der „Nero“-Ausstellung in Trier im Jahr 2016 haben sie etliche Hefte verkauft. „Wir haben drei Auflagen gedruckt, insgesamt sind das 750 Hefte“, schwärmt Irme Dietz.

Für Carmen Zeis bietet die Zusammenarbeit mit den zwei „Teilzeit-Römerinnen“ aus Waldenbuch die Chance, das Museum im Römerpark zu beleben. Rauhöft und Dietz stellen auf Römermärkten Mode und Kosmetik der Antike vor. Immer wieder sind die beiden in Köngen zu Gast.

Glücklich ist Zeis darüber, dass sich mit dem Geschichts- und Kulturverein Köngen eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt hat. Zum Vortrag des Köngener Historikers Martin Luik kamen 80 Besucher. Derartiges möchte Zeis weiterführen. Am Freitag, 19. Oktober, lenkt der Wissenschaftler Thomas Hoppe vom Landesmuseum den Blick auf die Kelten. Dann geht es im Römermuseum um „Frühzeitliche Wagengräber in Süddeutschland“.Elisabeth Maier