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Armut wird verwaltet

Zum Artikel „Stiftung plant Wohnbau auf dem Schafhof“ vom 14. Juli

Seit Jahrzehnten ist es ein Skandal, wie Kirchheim mit Menschen in prekären Wohnsituationen umgeht. Armut wird verwaltet, anstatt ihr menschlich zu begegnen und den Betroffenen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ - für den, der die Wohnungen der Stadt kennt, ist dies blanker Hohn.

Jetzt erklärt sich ein erfahrener Träger dazu bereit, diese Aufgabe sinnvoll und mit ganzem Herzen anzugehen. Anstatt jedoch die „Hoffnungsträger“ mit offenen Armen zu empfangen, kommen bei den Verantwortlichen der Stadt Ängste auf. Die Stadt hatte jahrzehntelang Zeit, der Wohnsituation der Ärmsten menschlich zu begegnen. Dies hat sie in eklatanter Weise versäumt. Deshalb ist es nun an der Zeit, dieses den Profis zu überlassen. Die Parteien, Oberbürgermeister, Bürgermeister und der Gemeindrat sollten sich schämen angesichts der Tatsache, wie bisher mit dieser Situation umgegangen wurde.

Hans-Peter Kensbock, Kirchheim

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