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Auch die Ambulanz wird überrannt

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Klinikum Esslingen (KJP) hat 26 stationäre Plätze. Aufgrund des hohen Zulaufs seit der Corona-Krise wurden vom Sozialministerium vier zusätzliche Plätze bewilligt. Hinzu kommen elf tagesklinische Plätze. Weitere fünf Kinder und Jugendliche können eine „stationsäquivalente Behandlung“ bekommen. Die KJP ist eine der ersten Kinder- und Jugendpsychiatrien in Deutschland, die diese Behandlung anbietet. Nach dem Motto „Die Klinik kommt nach Hause“ behandelt ein Team, zu dem unter anderem eine Oberärztin gehört, die Kinder und Jugendlichen in der Familie. Mit diesen Plätzen versorgt die Klinik ein Einzugsgebiet mit 520 000 Einwohnern.

Zuständig ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie für Kriseninterventionen, sogenannte Akutkriseninterventionen und Regelbehandlung. Behandelt werden Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren. Eine starke Nachfrage hat auch die Psychiatrische Institutsambulanz. Während im ersten Quartal 2018 noch 448 Kinder und Jugendliche das Angebot in Anspruch nahmen, waren es im ersten Quartal dieses Jahres 516. Hinzu kommen aktuell längere Wartezeiten. Dr. Gunter Joas erklärt die Zunahme zum einen damit, dass es zu wenig niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater gibt. Zum anderen hätten viele seit der Corona-Krise ihre Praxis geschlossen, und es gab teils keine Schulsozialarbeit. Sobald es die Inzidenz erlaubt, möchte das Klinikum Gruppenangebote zur Stressbewältigung starten.

Dr. Gunter Joas übernahm nach Stationen an der Uniklinik Tübingen und dem Olgahospital in Stuttgart im April 2014 den Chefarztposten der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Esslingen. Er ist Kinder- und Jugendpsychiater, Erwachsenpsychiater und Psychotherapeut. In seiner Freizeit kämpft sich der 56-Jährige aktuell mit seinen beiden Kindern durch das Homeschooling.ank

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