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Auf den Spuren der Jäger und Sammler

Freizeit Das Schülerferienprogramm des Museums im Kirchheimer Kornhaus gewährt tiefe Einblicke in den spannenden Alltag der Steinzeitmenschen und vermittelt ihr Lebensgefühl. Von Helga Single

Die Museumspädagogin Heidi Schubert hilft den Kids bei ihrer „Höhlenmalerei“.Foto: Helga Single
Die Museumspädagogin Heidi Schubert hilft den Kids bei ihrer „Höhlenmalerei“.Foto: Helga Single

Auf eine Zeitreise der besonderen Art begeben sich neun Schülerinnen und Schüler in der Lindachschule in Jesingen. Unter Leitung der Natur- und Museumspädagogin Heidi Schubert konnten die Kinder anschaulich nachempfinden, wie sich ein Leben in jenen Tagen angefühlt haben muss, als die Menschen noch Mammuts jagten und Wölfe domestiziert wurden.

Eine Menge Anschauungsmaterial wie Felle, Feuersteine, Flöten aus Knochen und sogar echte Fundstücke aus dem sibirischen Permafrostboden helfen dabei. Sie sind keine „Anfänger“ und kennen sich aus. Ganz genau wollen sie es wissen und fragen nach, wie das damals war, mit Mensch und Mammut. Zum besseren Verständnis messen sie mit einem Zollstock nach, wie groß drei bis vier Meter sind, die so ein Tier damals hatte und legen sich dazu auf den Boden.

Ursprünglich und naturnah

Emil weiß darüber zu berichten, dass man Mammuts in riesigen Fallgruben gefangen habe. Emil ist fasziniert vom Tyrannosaurus Rex und hat schon viele Bücher über den „Fleischfresser mit massigem Schädel“ gelesen. Die anderen haben ihr Wissen über „Ice Age“ oder den „Jurassic Park“ gesammelt. Im Unterricht sei das Thema auch kurz gestreift worden.

Die Geschwister Jonas und Johanna aus Schlierbach finden Dinos einfach nur spannend, weil sie „so riesig waren“. Sie wollen mehr erfahren, über eine Zeit, in der das Feuer erfunden wurde und in der die Menschen in Höhlen gelebt haben. Ein kleines Mammut der Firma Schleich macht die Runde und wird in alle Richtungen gedreht, um jedes Detail des Tieres zu erfassen.

Ursprünglich und naturnah sei das Leben der Menschen in der Steinzeit gewesen. Aber auch gefahrenvoll und riskant, finden die Grundschüler aus Jesingen, Kirchheim und Schlierbach. Wiki aus Kirchheim schätzt das heutige Leben mit „Supermarkt und Möbelhäusern, mit Schutz vor Regen und Kälte“ sehr. „Tiere greifen nicht dauernd an“, dadurch könne man besser „chillen“, findet sie. Sie sind fasziniert von einem „Ministück“ eines Mammutstoßzahnes, der mindestens 25 Tausend Jahre alt ist, und rätseln über die Tierdarstellungen in der Höhlenmalerei.

Jedes der Kinder malt mit Naturfarben ein Tier auf Papier, das ihnen am besten gefällt. Dabei denken sie über alles Mögliche nach, was sie so gefressen haben mögen, welche Lieblingsplätze die Tiere wohl hatten und was sie sonst noch so alles angestellt haben mögen. Einige von ihnen sind auch schon in der Bärenhöhle gewesen und haben von der „dicken Frau“ gehört, die auf der Alb gefunden wurde (siehe Kasten). Inzwischen entstehen Bisons, Stiere, Wildtiere mit Holzkohle, Rötel, Ocker und weißem Kreidestein auf braunem Packpapier. „Das macht Spaß“, sagt Jule und legt ihr Bild zum Trocknen an die Sonne.

Abschließend stellen sie eine steinzeitliche Kette her. Für das Amulett schneiden sie ein Stück Naturschnur mit einer Feuersteinklinge ab und fädeln unterschiedliche Naturmaterialien wie Muscheln, Knochen, Schneckenhäuser und Holz auf. Wiki findet einen einzelnen Zahn an der Kette für völlig ausreichend und für genügend dekorativ. Den trage sie dann stolz um ihren Hals.

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