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Auf der Suche nach Normalität

Fußball Beim virtuellen Bezirkstag stehen am heutigen Freitagabend die spannenden Fragen zur Zukunft des lokalen Spielbetriebs im Vordergrund. Klarheit soll es auch in Sachen Bezirkspokal geben. Von Reimund Elbe

Wenn Rainer Veit heute Abend auf den Bildschirmen der digital zugeschalteten Vereinsvertreter erscheint, wird es spannend. Dass erstmals ein Fußball-Bezirkstag per Online-Konferenz abgehalten wird, stellt ein ein Novum dar. Doch nicht nur die außergewöhnliche Tagungsform dürfte das Treffen für den amtierenden Bezirksvorsitzenden ungewöhnlich und denkwürdig machen. Die Vereinsvertreter lechzen beim im Drei-Jahres-Takt stattfindenden Bezirkstag förmlich nach brandaktuellen Neuigkeiten und belastbaren Prognosen, wie es mit der schönsten Nebensache der Welt in der Region konkret weitergeht.

Bereits in seiner Einladung an die Klubs im Bezirk war dem regionalen Fußball-Boss die Bürde anzumerken. „Seit Beginn der Coronakrise ist nichts mehr wie es war“, schreibt Veit nachdenklich. Was nun in der Tagesordnung unter Punkt drei relativ unspektakulär unter „Ausführungen des Vertreters des Verbandsvorstandes“ steht, verspricht Interessantes. Rainer Veit steht zum einen zur Wiederwahl, zum anderen aber vor einer Herkulesaufgabe. Galt es 2018 noch, den Bezirks als Frischgewählter nach zahlreichen Querelen „zu befrieden“, wie er damals selbst sagte, türmen sich vor dem Raidwangener und seinem Vorstandsteam nun ganz andere Problemfelder auf - gipfelnd in der Frage, ob im Fußballbezirk in Sachen Spielbetrieb kurz- bis mittelfristig die Rückkehr zum Normalzustand möglich ist.

Dramatischer Einbruch

Einen Vorgeschmack über die Gesamtgemengelage lieferte kürzlich Torsten Krautz beim virtuellen Jugendleitertreffen, als der oberste Jugendkoordinator des Bezirks von dramatisch eingebrochenen Zahlen im F-Junioren und Bambini-Bereich berichtete. Die Zahl der Teams hat hier um teils über 30 Prozent abgenommen. „Diese Entwicklung bei den Jüngsten bereitet mir große Sorgen“, schreibt Rainer Veit folglich im Vorfeld des Bezirkstags an die Klubvertreter. Rund 10 000 Kinder und Jugendliche des Bezirks gelten immerhin aktuell als aktiv Kickende im Verbandsspielbetrieb.

Was die Sache für den Bezirksvorsitzenden nicht leichter macht: Niemand weiß aktuell verlässlich, wie die einzelnen Vereine im Männer- und Frauenfußball sowie Kinder- und Jugendbereich aus der Krise kommen. Hartnäckige Gerüchte machen die Runde, dass in etlichen lokalen Klubs sowohl im Aktiven- wie Jugendbereich womöglich ein akuter Personalnotstand an Spielerinnen und Spieler bevorsteht. Ein Start zur kommenden Punktrunde sei folglich teils noch offen.

Auch die Einschätzungen und Aussagen von Bezirksspielleiter Johannes Veit sowie der Frauen- und Jugendbeauftragten Natalie Bloss werden in diesem Zusammenhang heute Abend relevant sein. Der Bezirksspielleiter dürfte nebenbei die Katze aus dem Sack lassen, wie nun endgültig der Bezirkspokal der Männer abgewickelt wird - Halbfinals und Endspiel stehen noch aus. Solch eine Frage stellt sich für Natalie Bloss im Frauenbereich nicht mehr. „Im laufenden Spieljahr fiel die Austragung des Bezirkspokals der Pandemie zum Opfer“, unterstreicht sie in ihrem Vorbericht zum Bezirkstag.

Stoff für Diskussionen und Erklärbeiträge gibt es somit mehr als genug für den virtuellen Fußball-Bezirkstag, der heute um 19 Uhr beginnt.

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