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Aufholjagd kostet zu viel Kraft

Mountainbike Bei der WM im italienischen Val di Sole kommt Luca Schwarzbauer nicht über den 21. Platz hinaus. Pechvogel Manuel Fumic, der sich im Training verletzt hatte, droht eine Operation. Von Armin Küstenbrück

Ein solider 21. Platz von Luca Schwarzbauer vom MTB Teck ist das Ergebnis der 32. Mountainbike-Weltmeisterschaften im norditalienischen Val di Sole. Doch nach einem harten Rennen haderte der 24-Jährige vom SV Reudern mit dieser Platzierung: „Ich bin immer noch auf der Suche nach dem gewissen Etwas, um es in die Top 15 zu schaffen.“

Dabei hatte das Rennen für Schwarzbauer nach eigenen Angaben nicht so richtig gut begonnen: „Ich hatte keinen besonders guten Start.“ Dennoch kämpfte er sich von Platz 46 in der sechsten Reihe auf der 2,4 Kilometer langen Start­runde auf dem staubigen Kurs bis auf Rang 31 vor, Ende der zweiten vollen Runde über 4,0 Kilometer stand sogar Platz 19 auf der Anzeige über der Ziellinie. Doch noch waren vier ganze Runden zu absolvieren. Schwarzbauer setzte alles auf eine Karte, doch verbrauchte dabei so viel Energie, dass er sich davon nicht mehr erholen sollte und wieder zurückfiel: „Ich fühlte mich nach der dritten Runde so leer, dass ich nicht mehr wusste, wie ich das Rennen bis zum Ende durchstehen sollte.“

Später stellte er dann aber erstaunt fest, dass es doch irgendwie ging: „Geil, dass ich es mit so wenig Energie durchziehen konnte“, freute er sich über die offenbar doch vorhandene Form. „Ich schaffe es nicht, mich bei Top-Rennen zu einhundert Prozent gut zu fühlen“, analysierte Schwarzbauer: „Auch wenn meine Form krasser ist als in all den Jahren zuvor: Der entscheidende Tag, wo alles zusammenpasst, fehlt bisher.“ Am Ende fehlten Schwarzbauer 4,15 Minuten auf den nun neunfachen Weltmeister Nino Schurter aus der Schweiz (Siegerzeit: 1.22,31 Stunden).

Große Freude herrschte im Lexware-Profiteam, für das Schwarzbauer beim Weltcup unterwegs ist, über das Abschneiden seiner Teamkameraden: Schwarzbauers „best bike buddy“ Max Brandl aus Freiburg, mit dem sich Schwarzbauer vor zwei Wochen bei der Europameisterschaft in Novi Sad noch einen harten Kampf um den zehnten Platz geliefert hatte, wurde Fünfter und erreichte damit eines der besten deutschen Ergebnisse der vergangenen Jahre. Und der Chilene Martin Vidaurre-Kossmann, ebenfalls vom Lexware Team, gewann sogar den Weltmeister-Titel in der U23-Klasse.

Desaster für Fumic

Für den Kirchheimer Manuel Fumic wurden seine letzten Weltmeisterschaften hingegen zum (mentalen) Desaster: Beim Training zur erstmals ausgetragenen Shorttrack-Weltmeisterschaft war der 39-Jährige so unglücklich auf die rechte Hand gestürzt, dass ein Mittelhandknochen gebrochen und das Radiusköpfchen im Ellenbogen angebrochen ist: „Es ist besonders bitter, da es nur ein kleiner Wegrutscher war“, so Fumic. „Die Diagnose hat mich mental ziemlich getroffen. So wollte ich mich nicht von den Weltmeisterschaften und meinen extra angereisten Fans verabschieden.“ Auch der Weltcup nächste Woche in Lenzerheide (Schweiz) ist damit für den amtierenden Deutschen Meister passé. Jetzt hofft Fumic darauf, im Oktober als letztes Rennen seiner langen Karriere das legendäre Cape Epic in Südafrika zu bestreiten, das härteste Etappen-Rennen der Welt. Eine CT-Untersuchung soll Anfang der Woche Aufschluss darüber geben, ob eine OP notwendig werden könnte.

Fumic musste in den vergangenen beiden Jahren damit zwei erhebliche Rückschläge verkraften: Im Frühjahr 2020 war er im Kirchheimer Talwald schwer gestürzt und hatte sich dabei Brüche der Rippen, des Schlüsselbeins und des Schulterblatts zugezogen, dazu kam noch ein Loch in der Lunge. Danach hatte sich Fumic, der eigentlich schon im vergangenen Jahr seine Karriere beenden wollte, wieder an die Weltspitze zurückgekämpft.

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