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Aus für den Farrenstall: Schluss mit der natürlichen Besamung

Archivfoto: Markus brändli
Archivfoto: Markus brändli

Ein ,,Decksprung“ pro Woche war für die beiden Bullen des Dettinger Farrenstalls damals noch drin, wie dem Teckboten vom 29. Juni 1996 zu entnehmen ist. Heute ist das anders. Schon vor 25 Jahren war die Schlossberggemeinde die einzige im ganzen Kreis Esslingen, die den Stier nicht bereits durch den Tierarzt ersetzte. Da kamen der Zuchtbulle ,,Wiener“ und sein genauso kräftiger Geselle noch voll auf ihre Kosten. Für 22 Mark pro fachgerechtem Schäferstündchen war jede der 100 Dettinger Rinderdamen mal an der Reihe. Doch auch für sie waren die Tage der natürlichen Fortpflanzung gezählt. Der Farrenstall war schon längst in die neue Bebauungskonzeption des Kelterplatzes eingeplant. Durch das Aufgeben der jahrhundertealten Züchtertradition ging auch ein Stück Landwirtschaftsgeschichte im Gäu verloren. Karl Epple, der ehemalige Vorsitzende des Farrenzuchtvereins, berichtete, dass Dettingen lange Zeit auf jedem Hauptfest mit einem eigenen Bullen vertreten war. Er bedauerte das Ende der Farrenhaltung. Heutzutage ist die künstliche Besamung so gang und gäbe, da gerät das als damals geltende ,,Heiligtum“ schon mal in Vergessenheit. cd


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