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Auto laden bei Standzeiten

Zum Leserbrief „Völlig absurd“ vom 17. Juli

Ich fahre seit April 2015 einen e-UP und kann die angeblichen „Totschlag-Argumente“ gegen die E-Mobilität nicht mehr hören.

Ein E-Auto ist tatsächlich nichts für jeden - für täglich mehrere Hundert Kilometer ist ein Diesel sicher besser, und das Auto muss zum Nutzerprofil passen. Die meisten Autofahrer fahren täglich circa 50 bis 100 Kilometer zur Arbeit, dort steht das Kfz, dann nach Hause, da steht es wieder. Selbst an der Haushaltssteckdose würde das zum Laden vollkommen ausreichen. Für 100 Kilometer braucht man circa 15 kW, das sind bei 3,7 kW AC circa vier Stunden, bei 50 kW DC (Schnelllader, Autobahn) 18 Minuten.

In der Praxis sollte sich der Automobilist umgewöhnen: Man fährt nicht zum Tanken, man lädt, wenn das Auto sowieso steht. Für unter 500 Euro gibt es eine Wallbox für die Garage, bei einigen Supermärkten gibt es eine Lademöglichkeit, an der Autobahn auch, ebenso in vielen Innenstädten. Man lädt nicht voll, sondern nimmt den in der Standzeit verfügbaren Strom mit. Auch werden die Ladesäulen immer leistungsfähiger - und somit schneller. Damit meine ich nicht mal die sehr schnellen Supercharger von Tesla, die aktuell noch in einer anderen Liga spielen. Mein aktuelles Kfz lädt recht langsam, trotzdem kriege ich meine Batterie innerhalb einer Pinkelpause an der Autobahn zu 50 Prozent voll (neun Minuten). Und was ist mit langen Urlaubsfahrten? Nun - für das Geld, das ich durch die Preisdifferenz Strom/Benzin sowie die eingesparten Wartungskosten (Elektromotoren haben wesentlich weniger Verschleißteile) zur Verfügung habe, kann ich mir locker einmal im Jahr einen Mietwagen leisten. In der nächsten Generation E-Auto ist selbst das kein Problem mehr, denn nach 350+ Kilometern brauche ich immer eine Pause - die am Schnelllader wieder Reichweite schafft. Infos gibt’s überall im Internet.

Heike Kurtz, Kirchheim

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