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Bäcker schließt für zehn Tage

Lockdown Coronafälle bei „Ladner’s Ochsenbeck“: Der Chef will kein Risiko eingehen und macht die Produktionsstätte dicht.

Region. Im Verbreitungsgebiet des Teckboten befinden sich vier Verkaufsstellen von „Ladner’s Ochsenbeck“, zwei in Owen und je eine in Dettingen und Unterlenningen. Weitere gibt es in Grabenstetten, Münsingen, Beuren, Erkenbrechtsweiler und Kohlberg. Wer dort heute frische Brezeln und andere leckere Backwaren kaufen möchte, steht vor verschlossenen Türen: Sämtliche Filialen und die Produktion in Grabenstetten sind für zehn Tage zu.

Inhaber und Geschäftsführer Jochen Ladner hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um kein Risiko einzugehen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatte er nämlich durch den Anruf eines Angestellten vom ersten positiven Fall in der Backstube erfahren. Der betroffene Mitarbeiter hatte selbst keine Symptome, seine Frau jedoch schon. Beide hatten sich im privaten Umfeld infiziert.

Britische Mutante nachgewiesen

Gleich am nächsten Morgen wurden Schnelltests in der Produk- tionsstättte in Grabenstetten durchgeführt, in der für alle Filialen die Backwaren produziert werden. Zwei Tests fielen positiv aus. PCR-Tests bestätigten dieses Ergebnis im Laufe der nächs­ten Tage. Bei der Sequenzierung der Tests ist außerdem in einem Fall die hochansteckende britische Mutante nachgewiesen worden.

Mittlerweile liegen vier Krankheitsfälle vor, wie Jochen Ladner gestern mitteilte. Um weitere Infektionen zu verhindern, hat er sich gemeinsam mit seiner Ehefrau Verena und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Reutlingen zu einem kompletten geschäftlichen Lockdown entschieden: Alle Mitarbeiter aus der Backstube werden unter Quarantäne gestellt, weshalb es zu einer zehntägigen kompletten Betriebsschließung kommt. „Ich habe Verantwortung für meine Mitarbeiter“, erklärt Jochen Ladner diesen Schritt, den er als schwer, aber nötig bezeichnet. „Bei der bisherigen Corona-Variante reicht Abstandhalten normalerweise immer aus, das ist bei der britischen Mutation leider nicht der Fall“, hat ihm ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in Reutlingen bestätigt.

Milde Krankheitsverläufe

„Unser Hygiene-Konzept hat bei dieser hochansteckenden Mutation leider nicht gegriffen“, ergänzt Verena Ladner: „Wir sind schwer getroffen, diesen Schritt gehen zu müssen, aber wir sind der Sicherheit und der Gesundheit unserer Mitarbeiter und Kunden verpflichtet.“ Die Inhaber der Bäckerei sind froh, dass bisher alle positiv getes­teten Mitarbeiter milde Krankheitsverläufe aufweisen.

Familie Ladner hofft, ihre Kundschaft ab Freitag, 5. März, wieder mit leckeren Backwaren verwöhnen zu können.ist

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