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Bauarbeiten liegen im Zeitplan

Sanierung Seit April ist die Neuffener Steige für den Verkehr gesperrt. Die Strecke war durch Erosion und Rut- schungen ziemlich marode. Ende des Monats könnte schon der Straßenbau beginnen. Von Johannes Aigner

Die Arbeiter auf der Baustelle in der Neuffener Steige bauen derzeit die Gabionenwände zur Hangsicherung. Foto: Philip Sandrock
Die Arbeiter auf der Baustelle in der Neuffener Steige bauen derzeit die Gabionenwände zur Hangsicherung. Foto: Philip Sandrock

Die Bauarbeiten an der Neuffener Steige gehen voran. Auf der circa fünf Kilometer langen Strecke zwischen Neuffen und Hülben werden verschiedene Sanierungs- und Erhaltungsarbeiten gemacht. Vor allem dem Wasser soll Einhalt geboten werden, denn dieses sorgte durch Rutschungen in der Vergangenheit immer wieder für Schäden. Es kann durch den porösen Kalkstein des Albtraufs leicht in den Boden eindringen. „Wasser hat einen Spitzkopf“, sagt der Projektleiter Kodjo Hounkpati, „Es findet immer einen Weg.“ Um es daher in eine geordnete Bahn zu lenken, haben die Ingenieure gleich zwei neue Entwässerungssysteme geplant: Das Wasser, das durch das Gestein unterhalb der Straße sickert, wird durch eine Drainage im Fundament der Fahrbahn abgeleitet. Außerdem soll ein neues Entwässerungssystem auch Niederschläge künftig besser kontrollieren. „Statt immer wieder Stücke der Fahrbahn zu sanieren, machen wir es nun lieber einmal richtig“, sagt Hounkpati. Das sei auch für die Zukunft wichtig. Durch den Klimawandel werde es immer stärkere Regenfälle geben, wodurch ein leistungsfähiges Entwässerungssystem noch stärker in den Vordergrund rücke.

Doch auch an die Sicherheit wird gedacht: Um dem Abrutschen der Fahrbahn am Rande der Böschung entgegenzuwirken werden neue Gabionenwände im Boden versenkt und mit Ankern befestigt. Die Steine, um die großen Stahlkörbe zu füllen, kommen dabei in Gänze von der eigenen Baustelle. Der Aushub wird in ein Zwischenlager in Neuffen gebracht, dort aufbereitet und wiederverwendet. Auch die Stadt habe dem Projekt ein Lager zur Verfügung gestellt.

Durch diese Herangehensweise sei man nicht nur von Zulieferern unabhängiger, sondern der Bau geschehe auch naturnah, ressourcenschonend und sei dabei auch noch kostensparend. Die Böschung bleibt ebenfalls größtenteils erhalten, und die angrenzende Flora soll sich nach Abschluss der Arbeiten schnell wieder erholen.

Im oberen Teil der Steige wird eine Mauer, die die Fahrbahn vor Steinschlag schützen soll, erneuert. Das künftige Bauwerk aus Fertigteilen soll darüber hinaus mit Reflektoren versehen werden, die vor allem nachts für mehr Sicherheit sorgen.

Glück mit dem Wetter

Trotz all dieser Neuerungen soll der Zeit- und Kostenplan eingehalten werden. „Wir hatten wirklich Glück, auch mit dem Wetter“, sagt Hounkpati. An manchen Stellen seien die Arbeiten zwar aufwendiger gewesen als angenommen, aber es seien bei den Tiefbauarbeiten keine Probleme aufgetreten. Und Verzögerungen wegen Corona habe es auch keine gegeben, so Hounkpati. Spätestens am 27. November sollen die Tiefbauarbeiten abgeschlossen werden. Ende August geht die Sanierung in die nächste Phase, dann soll der eigentliche Straßenbau beginnen.

Dass der Plan eingehalten werden kann, liegt auch an der Vollsperrung. „So können wir den Platz hier voll ausnutzen“, sagt Hounkpati, „Aber es wäre auch gar nicht anders gegangen, die Straße ist einfach zu eng. Wenn da ein Bagger steht, kommt nichts mehr vorbei.“ Die Sperrung müsse ernst genommen werden, das gelte auch für Radler, denn durch die zahlreichen tiefen Gräben, fehlenden Straßenteile und ungesicherten Felswände herrscht dort vielerorts Lebensgefahr.

Das scheint jedoch noch nicht bei jedem angekommen zu sein: Hounkpati schildert, dass er erst vor Kurzem einen älteren Herren erwischt habe, wie er am Rande einer Baugrube entlang balanciert sei. Mit dem Fahrrad auf dem Rücken.

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