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Bedenkliche Äußerungen

Zum Leserbrief „Zuwanderung und Wohnraum“ vom 26. Oktober

Der Kirchheimer Gemeinderat hat es mit den Stimmen von CDU, FDP und Freien Wählern abgelehnt, der Kommunalen Aktion beizutreten, aus Seenot geretteten Flüchtlingen ein „sicherer Hafen“ zu sein. Das ist kein gutes Zeichen. Mehr als 60 Städte und Gemeinden in Deutschland haben bisher sich dieser Initiative angeschlossen.

Nun hat der Fraktionsvorsitzende der CDU in seinem Leserbrief diese Ablehnung vor allem mit der Wohnungsnot in der Stadt zu begründen versucht, und ist dabei vor allem über die Grünen hergefallen, indem er sie für nahezu jedes Problem verantwortlich macht. Als parteipolitisch nicht gebundener Leser mag man das ja noch nachvollziehen, sind die Grünen doch der politische Hauptgegner der CDU im Ländle. Was Dr. Rose jedoch über die „Seebrücke“ schreibt, ist mehr als bedenklich. Schon der Name verrate die Absicht, möglichst zahlreiche weitere Zuwanderung aus Afrika zu fördern. Das ist eine Unterstellung und Diskriminierung. Die Seebrücke ist eine internationale Initiative gegen den europäischen politischen Zynismus, Tausende Flüchtlinge im Meer ertrinken zu lassen und Seenotretter zu kriminalisieren. Und ein Engagement für eine humane Unterbringung an sicheren Orten. Jeder Interessierte kann sich im Internet informieren. Nach Dr. Rose geht es nicht um Flüchtlinge, die vor Gewalt, Verfolgung und Gefahr für Leib und Leben fliehen. Nein, es geht um Auswanderer. Da hat man doch glatt Menschen vor Augen, die in Afrika ihr Köfferchen packen, adieu sagen, und sich auf die Reise nach Deutschland begeben. Schwer erträglich ist der Schluss des Leserbriefs. Dieser schürt Ressentiments gegenüber allen Flüchtlingen. Angeblich verunsichern sie unsere Stadt, das Freibad und fahren womöglich mit ihren gepanzerten Fahrzeugen in die Musiknacht der Innenstadt.

Solche suggerierten Verdächtigungen sind einer Partei mit dem Anspruch „Christlich“ nicht würdig. Man kennt solches eher aus der ganz rechten, fremdenfeindlichen Ecke.

Karl-Albrecht Schmauder, Kirchheim

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